Bündnisgespräche mit SPD: Ökopartei spekuliert mittelfristig auf Vize-Landrat - Muss Selbert 2013 weichen?

Grüne wollen wichtigen Posten im Kreis

Thomas Ackermann

Kreis Kassel. Bahnt sich im Kreistag eine rot-grüne Koalition an? Nach dem jüngsten Sondierungsgespräch mit der SPD, die zur Durchsetzung ihrer Ziele nach dem Verlust der absoluten Mehrheit einen Partner braucht, sind die Grünen grundsätzlich zu einer Zusammenarbeit bereit. Doch die Ökopartei fordert Gegenleistungen, bei denen die Mitglieder der von Landrat Uwe Schmidt geführten SPD-Verhandlungskommission dem Vernehmen nach ordentlich geschluckt haben.

Die Verantwortung müsse geteilt werden, mit der Rolle eines bloßen Mehrheitsbeschaffers werde man sich nicht zufriedengeben, sagte Grünen-Fraktionschefin Steffi Weinert (Breuna) im Gespräch mit der HNA. Im Klartext bedeutet dies: Die Grünen wollen ein hauptamtliches Mitglied im Kreisausschuss. Diese Forderung könnte auf unterschiedliche Weise erfüllt werden. Erste Variante: Susanne Selbert (SPD), hauptamtliche Erste Beigeordnete (Vize-Landrätin), verliert demnächst zugunsten eines grünen Vize-Landrates ihren Posten.

Doch diese Variante wollen die Grünen laut Weinert nicht: „Wir wollen Susanne Selbert nicht weghaben.“ Die Fraktionschefin kann sich allerdings eine andere Variante vorstellen: Die Grünen, die am 27. März auf 14,5 Prozent der Stimmen kamen, erhalten einen ehrenamtlichen Posten im Kreisausschuss, der mit einer konkreten Ressortverantwortung, nämlich dem Umweltbereich, verbunden ist.

Nach dem Ablauf der Amtszeit von Susanne Selbert im Jahr 2013 könnte dann ein Grüner hauptamtlicher Vize-Landrat werden. Als heißer Favorit für den Posten wird Thomas Ackermann (43) aus Fuldatal gehandelt. Der Vorsitzende der Grünen im Landkreis hat als Mitarbeiter der Gemeinde Lohfelden Verwaltungserfahrung. Die SPD hält sich derweil zu den Ergebnissen der Sondierungsgespräche mit allen Parteien bedeckt. „Es gibt noch keine Vorentscheidung“, sagt Fraktionschefin Ulrike Gottschalck (Niestetal).

Zwei Stimmen fehlen den Genossen im Kreistag zur absoluten Mehrheit. Zum Sprung über die 50-Prozent-Marke könnten ihnen auch die Freien Wähler verhelfen (drei Sitze). „Wir hatten einen sehr guten Eindruck von den Gesprächen“, betont Kreistagsabgeordnete Dr. Bärbel Mlasowsky (Zierenberg). „Im Grunde positiv“, so beschreibt auch FDP-Fraktionschef Klaus-Dieter Sänger (Fuldatal) das Gespräch mit der SPD. Dem Vernehmen nach würden die Liberalen die Genossen unterstützen - für einen Posten im ehrenamtlichen Kreisausschuss. Archivfoto: nh

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Von Peter Ketteritzsch

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