Im Südosten von Elgershausen sollen 30 Grundstücke ausgewiesen werden

Grünes Licht für Bauplätze

Schauenburg. Alle Bauplätze in Elgershausen sind mittlerweile vergeben. Doch es gibt weitere Bauinteressenten. Die könnten schon nächstes Jahr zum Zuge kommen: Die Schauenburger Gemeindevertretung gab während ihrer jüngsten Sitzung den Startschuss für die Ausweisung von 30 weiteren Baugrundstücken im Süden des Ortes. Nur die Grünen stimmten dagegen

Es geht um ein zwei Hektar großes Gelände zwischen Altenritter und Großenritter Straße südlich des Quartiers Fiedelhof. Ein Großteil des Gebiets, das durch einen Wirtschaftsweg begrenzt wird, ist Gemeindeland. Mit einigen privaten Eigentümern müssten aber noch Gespräche geführt werden, um einen Bebauungsplan aufstellen zu können, sagte der Erste Beigeordnete Manfred Nehm gegenüber der HNA. Er schätzt, dass es ein Jahr dauern wird, bis Baurecht geschaffen werden kann. Es lägen fünf Anfragen von Bauinteressenten vor, teilte Susanne Reuting vom Bauamt mit. Man rechne aufgrund des Beschlusses nun mit weiteren Nachfragen.

Drei Bereiche untersucht

Die Gemeinde hatte drei Bereiche untersucht, die für neue Bauplätze in Betracht kommen. Neben der jetzt beschlossenen Variante gehört dazu der alte Dorfkern sowie ein landwirtschaftlich genutztes Gelände südwestlich des Friedhofs (Hinterm Kirchhof). Der Fiedelhof erhielt den Zuschlag, weil nach Ansicht der meisten Gemeindevertreter dort am zügigsten gebaut werden kann. Bei den beiden anderen Varianten seien schwierige Grundstücksverhandlungen programmiert und die Erschließung aufwendig.

Auch das Geld spielte bei der Entscheidung eine wichtige Rolle. Das Baugebiet sei eine „einmalige Gelegenheit, die Gemeindekasse aufzufüllen“, sagte Gerhard Schaumburg, Fraktionschef der Offensive Schauenburg. Man benötige angesichts des Millionendefizits der Gemeinde diese Einnahme, um die Dorfentwicklung voranzutreiben. Die sei nicht zum Nulltarif zu haben, sagte sein Kollege Frank Hoffmann. Die Grünen-Fraktion bezeichnete die Entscheidung hingegen als kurzsichtig. Es gehe um eine nachhaltige Entwicklung und nicht um „schnelle Schüsse“, sagte Monika Woizeschke-Brück. Die Grünen wollten lieber Baulücken schließen und den Ortskern verdichten, der sterbe sonst aus.

Nach Ansicht der übrigen Gemeindevertreter hat die Attraktivität eines Baugebiets Vorrang vor solchen Bedenken. „Die Leute gehen dahin, wo es Ärzte und den Kindergarten in der Nähe gibt“, sagte SPD-Fraktionschef Timo Storch. Wo die optimale Infrastruktur fehle, gebe es Probleme mit der Vermarktung. Das sehe man am Hoofer Baugebiet Schirne 2. „Das ist immer noch nicht voll“, sagte Storch. (pdi) Foto: Prall

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