Vorarbeiten bei Niestetal begonnen – Regierungspräsidium genehmigte Anlagen

Grünes Licht für Windpark

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Andreas Helbig

Niestetal/Söhrewald. Bald werden sich die ersten 200 Meter hohen Windräder im Staatsforst drehen: Das Regierungspräsidium Kassel hat jetzt die Genehmigung für den Bau von zwei Windrädern auf dem Sandershäuser Berg erteilt. Das teilten die Städtischen Werke Kassel mit, die die Windkraftanlagen bauen.

Die Windräder sind Teil des geplanten Windparks Söhrewald/Niestetal mit insgesamt sieben Rotoren – zwei in Niestetal, fünf am Warpel in der Söhre zwischen Wellerode und Dörnhagen. Die Genehmigung für die fünf Anlagen in der Söhre wird in Kürze erwartet.

Vorarbeiten im Gange

Die Vorarbeiten für den Bau der beiden Windräder bei Niestetal haben bereits begonnen. Seit Mitte vergangener Woche werden im Wald „An der Schanze“ Bäume gefällt.

Andreas Siebert

Die Erdarbeiten für die Zufahrtswege sollen Ende April beginnen, teilte Andreas Helbig, Chef der Städtischen Werke, mit. Die Fundamente für die Anlagen, die größtenteils auf Windwurfflächen errichtet werden, sollen im Sommer gebaut werden. Im Herbst werden die Masten aufgestellt und die Rotoren installiert. „Voraussichtlich ab Ende Dezember werden sie erstmals Strom produzieren und ins Netz einspeisen“, meint Helbig.

„Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir möglichst viele unterschiedliche Erzeugungsarten kombinieren.“

Die beiden Windräder sollen zusammen Strom für 8400 Menschen erzeugen. Der gesamte Windpark mit seinen sieben Rotoren von je 2,3 Megawatt Leistung wird laut Prognose 44 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen, genug für die Versorgung von 10 000 Haushalten mit 30 000 Menschen.

Der Windpark Söhrewald/Niestetal ist einer der ersten der neuen Generation in Nordhessen, bei denen die Nabenhöhe bei 142 Meter über dem Boden liegt. Bisher waren 65 Meter üblich. Zusammen mit dem Flügel reichen die neuen Rotoren 200 Meter in die Luft. „Die Anlagen sind zwar höher, dafür benötigen wir weniger“, sagt Helbig. Denn in der Höhe weht der Wind stärker.

Niestetals Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) ist froh, dass der Windpark verwirklicht werden kann. „Niestetal ist schon heute bei den erneuerbaren Energien bestens aufgestellt“, sagt der Verwaltungschef. „Dass jetzt noch die Windkraft dazukommt, freut mich besonders. Denn die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir möglichst viele unterschiedliche Erzeugungsarten kombinieren.“

Auch bei Hessen-Forst, auf dessen Flächen der Windpark errichtet wird, ist man zufrieden. Das Forstamt Hessisch Lichtenau habe in einem intensiven Abstimmungsprozess mit den Städtischen Werken versucht, die Eingriffe in die Waldfläche gering zu halten und dem Naturschutz gerecht zu werden, heißt es.

Behinderungen wird es beim Bau der Riesenanlagen für die Menschen in Niestetal laut Helbig aber kaum geben. Denn die langen und schweren Bauteile werden im Spätsommer direkt von der Autobahn 7 über eine temporäre Behelfsabfahrt bis zur Baustelle im Wald gefahren.

Von Holger Schindler

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