Evangelisches Gemeindehaus in Helsa ist marode und muss saniert werden – Chöre starten Benefizaktion

Gruppen bangen um Übungsräume

Kämpfen für eine Sanierung des evangelischen Gemeindehauses in Helsa: Kirchenvorstandschef Michael Phieler (links) und Pfarrer Matthias Friedrich haben die fortschreitenden Schäden am Flachbau (im Hintergrund) im Blick. Links ist das frisch renovierte Pfarrhaus zu sehen. Fotos: Dilling

Helsa. Die notwendige Sanierung des Gasthauses „König von Preußen“ hat in Helsa eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Die Gemeinde greift tief in die Tasche, um über regelmäßige Mietzahlungen an den für das Objekt gegründeten Förderverein Geld aufzubringen.

Doch jetzt rückt ein weiterer Sanierungsfall im Ort in den Blickpunkt: Der Verlust des maroden evangelischen Gemeindehauses würde Vereine und Gruppen in Helsa, die dort ihre Übungsstunden abhalten, hart treffen. Deshalb starten die Chöre nun eine musikalische Rettungsaktion. Eine Konzertreihe soll Spenden bringen. Die Kirchengemeinde hofft auf Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm.

Wie schlecht die Bausubstanz des Gemeindehauses ist, zeigen Michael Phieler, Vorsitzender des Kirchenvorstands, und Pfarrer Matthias Friedrich bei einem Rundgang durch das 1962 errichtete Gebäude: In der Toilette hängt der verrostete Sockel einer Deckenlampe. „Das Lampenglas stand voll Wasser“, berichtet Phieler, der schon manche Notreparatur in dem Flachbau erledigt hat. Hinter der Orgel im kleinen Saal ist es feucht, die Abtrennwand hängt schief, die Wände scheinen sich verzogen zu haben.

Auch an der Eingangsfassade und in der Küche habe es schon Wassereinbrüche gegeben, sagt Friedrich. Die Versicherung zahlte einen Großteil des Schadens, Bürger spendeten für eine neue Küche.

Kosten steigen

Schlimmer als die Schäden sind die steigenden Bewirtschaftungskosten für das Haus, während die Zuschüsse der Landeskirche zusammengestrichen werden. Das Gebäude hat keinerlei Isolierung, die maroden Fenster sind größtenteils nur einfach verglast. „Im Sommer ist es zu heiß, im Winter heizen wir zum Fenster hinaus“, sagt Phieler. Die 2400 Euro von der Landeskirche deckten gerade mal die Hälfte der Bewirtschaftungskosten. Den Rest hat die Kirchengemeinde bisher aus Spenden bestritten.

Das Gemeindehaus ist für Vereine und Verbände Helsas von zentraler Bedeutung: 31 Gruppen, darunter 19 nichtkirchliche, tagen dort kostenlos und halten ihre Übungsstunden ab.

Bisher habe die Kostenbeteiligung über Spenden gut funktioniert, doch nun müsse grundlegend etwas passieren, sagt Pfarrer Friedrich. Man werde die Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm beantragen, erklärt Phieler. Die Kirche könnte auf diese Weise Landeszuschüsse von 30 Prozent, höchstens aber 30 000 Euro erhalten. Die Landeskirche habe signalisiert, dass sie dann auch etwas beisteuern werde, berichtet der Pfarrer. Ein Antrag werde aber wohl frühestens 2014 gestellt.

Die dritte Finanzierungssäule könnten die Spendenaktionen bilden. Man wolle dabei aber auf keinen Fall in Konkurrenz zum Förderverein des „König von Preußen“ treten, meinte Friedrich.

Was eine Sanierung des Gemeindehauses kosten würde und ob sie überhaupt wirtschaftlich wäre, ist noch völlig offen. „Die Wassereinbrüche lassen auf Schlimmes schließen“, sagt Kirchenvorstand Phieler. ARTIKEL LINKS

Von Peter Dilling

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