80 Zuhörer erlebten in Märchenwache Abend mit schaurig-schönen Grimm-Märchen

Gruselkabinett begeisterte

Auch in der Pause ging es nur um die Grimms: Birgit Lange (von links), Hans-Jürgen Rapp, Claudia Höhl, und Fritz Lange sind hier im Gespräch mit der Schauspielerin Hansi Jochmann. Fotos:  Dilling

Schauenburg. Eine Prinzessin versucht gemeinsam mit ihrem Liebhaber ihren Prinzgemahl, der ihr vorher das Leben gerettet hatte, um die Ecke zubringen. Der Teufel zwingt drei Handwerksburschen, einen grausamen Mord zu gestehen, den sie gar nicht begangen haben. Und der Geist eines verstorbenen Kindes beschwert sich bei seiner Mutter darüber, dass es im Grab nicht zur Ruhe kommt, weil die Mutter so viel weint.

Es gibt schaurige Geschichten der Brüder Grimm, die sind in der Hausmärchensammlung des im 19. Jahrhundert gestorbenen Dichter-Duos nicht zu finden. Die Schauspielerin und Sängerin Hansi Jochmann, unter anderem bekannt durch ihre Rolle der „Roßhauptnerin“ aus der Fernseh-Krimiserie „Pfarrer Braun“ hat diese Märchen für Erwachsene aufgespürt und sie einem begeisterten 80-köpfigen Publikum am Samstagabend in der Märchenwache Schauenburg vorgelesen. Das Gruselkabinett der Grimms im Rahmen der Veransstaltungsreihe „Kultursommer Nordhessen“ war so intensiv, dass es vielen Zuhörern wohl ein ums andere Mal kalt den Rücken herunter gelaufen wäre, wenn die Luft in der überfüllten kleinen ehemaligen Feuerwache nicht so aufgeheizt gewesen wäre. Selbst Jochmann musste sich beim Vorlesen manchmal schütteln.

Fritz Lange und seine Frau Birgit aus Zierenberg waren dankbar für diese Reise durch eine Märchenwelt der Grimms, wie sie sie bisher nicht kannten. Früher hätten sie auf der Autofahrt in den Urlaub immer Gruselgeschichten für ihre Kinder dabei gehabt, erzählte Birgit Lange. Hans-Jürgen Rapp aus Marburg meint, dass man die Grimmschen Märchen Kindern nicht ohne Erläuterung vorlesen sollte. Dafür seien sie einfach zu brutal. Dennoch stehe wohl hinter allen Märchen die gute Absicht, erzieherisch auf Kinder einzuwirken. Das sei in den Gruselgeschichten anderer Länder ähnlich.

Maren Matthes, Intendantin des Kultursommers, war mit der Resonanz zufrieden. Das Europäische Märchen- und Sagenfest habe viele Besucher angezogen. Die Hälfte der Veranstaltungen sei ausverkauft und die Plätze seien zu 84 Prozent ausgelastet. Am Freitag, 29. Juli, stehen ab 29 Uhr in Most´s Alter Post in Wellerode nochmal die Grimms auf dem Programm des Kultursommers.

Von Peter Dilling

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