Neubau der Bergshäuser Brücke: Planung gestaltet sich schwierig – Varianten werden vorerst nicht untersucht

Gutachten soll Klarheit bringen

Autobahnlärm sorgt seit Jahren für Ärger: Die Bergshäuser Brücke der A  44 über die Fulda führt mitten über die Häuser von Bergshausen (rechts). Gemeinde und Bürger fordern einen Neubau an anderer Stelle. Archivfoto: Brosche

Fuldabrück / Wiesbaden. Die Planung zum Neubau der Bergshäuser Autobahnbrücke über die Fulda gestaltet sich aufwendiger als erwartet. Das machte das Straßenmanagement Hessen Mobil (Wiesbaden) in einem Schreiben an Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) deutlich.

In dem Brief vom 31. August heißt es, die Planung des sechsstreifigen Ausbaus der A  44 zwischen dem Dreieck Kassel-Süd und dem Kreuz Kassel-West – der Neubau der Bergshäuser Brücke ist ein Teil davon – sei schwieriger, als noch Ende vergangenen Jahres bei einem Gesprächstermin mit den beteiligten Stellen dargestellt. Hintergrund ist die schon jetzt sehr hohe Lärmbelastung für die Anwohner an der Autobahnbrücke.

Um die Zumutbarkeit des nach dem Ausbau zu erwartenden Verkehrslärms realistisch beurteilen zu können, seien viel umfangreichere lärmtechnische Berechnungen nötig als ursprünglich angenommen, heißt es in dem Schreiben. „Es ist eine Untersuchungstiefe notwendig, die die Wirkung der Ausbauvariante inklusive aller realisierbaren Lärmschutzmaßnehmen für die Ortslage von Bergshausen gebäudescharf abbildet.“

Auch „Langes Feld“

Um belastbare Werte zur Verfügung zu haben, hat Hessen Mobil jetzt ein zusätzliches Gutachten in Auftrag gegeben. Es soll die bestehende Verkehrsprognose zum Neubau der A  44 für den Ballungsraum Kassel und den Bereich Bergshausen konkretisieren. Auch neu hinzukommende Belastungen wie zusätzlicher Verkehr durch das geplante Gewerbegebiet „Langes Feld“ sollen in der Studie berücksichtigt werden. Das Gutachten soll nach Auskunft von Hessen-Mobil-Sprecher Gerd Bohne im November vorliegen. Auf Grundlage dieser Daten werde dann eine neue Lärmprognose erstellt.

Wenn die aktualisierten Prognosen der Verkehrszahlen und der Lärmentwicklung vorliegen, will Hessen Mobil über die Zumutbarkeit des Ausbaus entscheiden. Dabei gehe man zunächst von einem Neubau der Bergshäuser Brücke an der jetzigen Stelle aus, sagt Bohne, denn der Planungsauftrag des Bundes sehe eine Erweiterung der vorhandenen A  44 auf sechs Fahrspuren aus. Nur wenn die Belastungen an dieser Stelle zu hoch sind und die gesetzlichen Grenzwerte nur mit unwirtschaftlich hohem Aufwand umgesetzt werden könnten, werde man weitere Trassenvarianten einbeziehen und eine Verschiebung der Autobahnbrücke in Erwägung ziehen.

Die Diskussion um die Trassenführung sorgt in Fuldabrück seit Langem für Unruhe. Nachdem von Ämterseite die Varianten zwei und drei ins Spiel gebracht worden waren, hatten Bürger vor einem Jahr die Varianten vier und fünf präsentiert, die Bergshausen ganz aussparen würden.

Ob sich der Ausbau der A  44 und der Neubau der Bergshäuser Brücke durch das neue Gutachten verzögern werden, bleibt abzuwarten. Bisher hieß es, dass die Bergshäuser Brücke solle ab 2015 abgerissen und neu gebaut werden. Frühestens 2018 könnte die neue Brücke über die Fulda fertig sein.

Von Holger Schindler

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