Brunhilde Müller ist längst im Rentenalter und arbeitet weiter gern in der Gastronomie des Ahneparks

Der gute Geist des Parkcafés wird 80

Ganzjährig geöffnet: Das Parkcafé wurde 1986 errichtet sowie 2009 umfangreich erweitert und modernisiert. Mit mehr als 110 Sitzplätzen im Restaurant und seiner Seeterrasse ist es die gastronomische Perle des Vellmarer Ahneparks.

Vellmar. Für Brunhilde Müller ist es selbstverständlich, noch berufstätig zu sein. Und das, obwohl sie heute ihren 80. Geburtstag feiert. Während die meisten Menschen in dem Alter längst ihren wohlverdienten Ruhestand genießen, ist sie noch täglich im Vellmarer Ahneparkrestaurant anzutreffen, dessen Pächterin sie seit 27 Jahren ist.

„Zu diesem Beruf bin ich gekommen, als mein Mann vor 40 Jahren für längere Zeit beruflich ins Ausland versetzt wurde“, beschreibt Brunhilde Müller, die eigentlich gelernte Floristin ist, ihren Weg in die Gastronomie. Denn sie wollte mit ihren vier Kindern nicht mitgehen.

Damals war gerade das Vellmarer Hallenbad fertig geworden und für das angeschlossene Restaurant wurde ein Pächter gesucht. Kurz entschlossen bewarb sich Brunhilde Müller und bekam den Zuschlag. Vollkommen ahnungslos sei sie damals gewesen, erinnert sie sich. Sie habe das gekocht, was sie kannte und von dem sie glaubte, dass es den Gästen schmecken würde.

1986 wurde der Ahnepark eingeweiht und die Stadt ließ am Ufer eines der Teiche einen ehemaligen Pavillon der Bundesgartenschau aufstellen, der als Restaurant genutzt wurde. Auch hier bewarb sie sich und übernahm die Gaststätte, deren Pächterin die 80-Jährige bis heute ist.

Ein Schritt, den sie nach eigenen Angaben niemals bereut hat. „Das ich bis zum heutigen Tage hinter der Theke stehe, liegt daran, dass mir die Arbeit nicht nur Freude bereitet, sondern dass ich mein Wissen als Floristin auch wunderbar in die Gastronomie einbringen konnte. Es liegt mir am Herzen, dass sich unsere Gäste in dem schönen Ambiente des Cafés wohlfühlen.“ Schließlich sei das Parkcafé so etwas wie das Aushängeschild Vellmars in dieser außergewöhnlichen Grünzone, die viele Besucher anlocke.

Und weil das Café 365 Tage im Jahr ganztägig, vom Frühstück über Mittagessen und Kaffeetrinken bis zum Abendessen geöffnet sei, habe sich zu den Restaurantbesuchern auch ein teilweise sehr familiäres Verhältnis entwickelt. Längst ist das Café auch zu einem beliebten Treffpunkt für Senioren geworden. Viele Gäste schütten ihr Herz bei der Wirtin aus, ziehen sie ins Vertrauen und erhalten von ihr Zuspruch und Trost. Ans Aufhören denkt die eiserne Lady derzeit noch nicht, obwohl sie es verlockend findet, dann mit ihrem Mann gemeinsam Eisenbahnreisen zu

unternehmen. Wenn es doch einmal so weit sei, könne sie den Betrieb getrost an ihren Enkel Tom übergeben. Der habe Koch gelernt, arbeite bereits seit Längerem in der Küche mit und achte auch darauf, dass nur frische Zutaten und Produkte aus der Region auf den Teller kommen. „Ein wenig geht es mir so wie der englischen Königin, die sich auch noch zu jung fühlt, um die Krone abzugeben. Nur sei die ja viel älter“, scherzt die 80-Jährige.

Von Werner Brandau

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