Schuldenabbau stand im Mittelpunkt einer Bürgerversammlung in Eschenstruth

Gute Ideen fürs Sparen gefragt

Horst

Helsa. Die Gemeinde Helsa hat beantragt, unter den vom Land angebotenen kommunalen Schutzschirm zu schlüpfen. Eine endgültige Entscheidung in der Gemeindevertretung falle wohl noch dieses Jahr, sagte Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) in der Bürgerversammlung in Sankt Ottilien. Küthe fragte die Bürger nach Tipps zum Sparen. Mit wenig Erfolg. Zündende Ideen, wie Helsa den mit dem Schutzschirm zwingend verbundenen radikalen Abbau seiner Schulden bewerkstelligen soll, waren auch bei den rund 30 Bürgern aus Waldhof, Eschenstruth und Sankt Ottilien Mangelware.

„Man setzt uns die Daumenschrauben an“, meinte der Verwaltungschef. Selbst wenn Helsa keine Vereinbarung mit dem Land über den Schutzschirm schließe, müsse die Gemeinde 100 Euro pro Einwohner und Jahr sparen, wenn es künftig seinen Etat genehmigt haben wolle. Das habe Wiesbaden signalisiert. Es geht um zehn Millionen langfristige Schulden und Kassenkredite in Höhe der Hälfte davon. Unter dem Rettungsschirm müsse die Gemeinde jährlich 800 000 Euro einsparen. „Das wird sehr schwer werden und weh tun“, sagte Küthe.

Die Gemeinde solle ihr Freibad schließen, das werde wenig genutzt und verursache hohe Kosten. Der Nachbar Kaufungen habe seines schon lange dicht gemacht, sagte ein Bürger, der seinen Namen nicht in der Zeitung sehen will. Olaf Wieder schlug vor, die geplante Sanierung des Saals des König von Preußen auf den Prüfstand zu stellen. Schließlich gebe es andere Versammlungsräume in Helsa.

Es werde alles, was Ausgaben verursache, hinterfragt, versicherte Küthe. René Gerhold vom Förderverein der Schule Eschenstruth forderte eine rechtzeitige Information, falls die Gemeinde den Zuschuss für die Nachmittagsbetreuung streichen wolle. Es geht da um 500 Euro im Monat. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Zuschuss bleibt“, sagte Küthe.

Bei den Pflichtaufgaben habe die Gemeinde wenig Spielraum zum Sparen, erklärte der Verwaltungschef. Vehement wies er den Vorwurf von Horst Spaar zurück, ein Kanal habe bei der Sanierung des Abwassersystems in der Steinbacher Straße in Eschenstruth nicht erneuert werden müssen. Der Kanal sei nicht undicht gewesen, hatte Spaar behauptet. Die Gemeinde habe sich da dem Urteil der Experten beugen müssen, betonte Küthe.

Das Sparen wird umso schwerer, als Helsa demnächst noch einmal tief in die Tasche greift. Bis 2014 solle Sankt Ottilien eine neue Wasserleitung und einen Hochbehälter erhalten, die es mit deutlich besserem Trinkwasser versorgt. Die Kosten seien auf mehr als eine halbe Million Euro veranschlagt, sagte Küthe. (pdi) Fotos: Dilling

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