Nachbargemeinde möchte Flächen von Fuldabrück haben – Bürgermeister Lengemann: Erst mal abwarten

Guxhagen will weiter expandieren

Grenzgebiet: Unser Bild zeigt den Guxhagener Kreisel mit Blick in Richtung Dörnhagen. Hier will die Gemeinde Guxhagen ihr Baugebiet erweitern. Die Fläche gehört aber zu Fuldabrück, nun soll es Gespräche zwischen den beiden Kommunen geben. Foto: Wüstefeld

Guxhagen / Fuldabrück. Die Gemeinde Guxhagen will mit Fuldabrück über ein Verschieben der Gemeindegrenzen verhandeln. Ziel der Initiative ist die Schaffung von Bauland am Ortsausgang von Guxhagen in Richtung Dörnhagen. Die Flächen gehören zur Gemeinde Fuldabrück, sie hat dort die Planungshoheit. In Fuldabrück stößt das Ansinnen der Nachbarn im Süden vorerst auf Zurückhaltung.

Der Vorstoß geht auf einen Antrag aller Parlamentsfraktionen zurück, der jetzt verabschiedet wurde. Mit den ins Auge gefassten Flächen könne man die Wohnbebauung am Ortsausgang abrunden, erklärte SPD-Fraktionschef Reiner Kramm. Ulrich Wiegand sagte: „Wenn wir Wachstumsgemeinde bleiben wollen, müssen wir solche Schritte gehen.“

Nachfrage ist groß

Guxhagen liege im Speckgürtel Kassels, habe eine gute Bahnanbindung und Arbeitsplätze für hochqualifizierte Mitarbeiter, begründete Martin Graefe die Zustimmung der CDU-Fraktion. Die Nachfrage nach Bauland sei in Guxhagen vorhanden, die Anzahl der zum Verkauf stehenden Immobilien überschaubar.

Auch die Grünen stimmten für die Initiative. In der Kerngemeinde komme man in Sachen Bauland an Grenzen. Guxhagens Bürgermeister Edgar Slawik (parteilos) machte darauf aufmerksam, dass Eigentümer von Grund und Boden beim angestrebten Verlegen der politischen Grenzen außen vor sind.

An Eigentümer herantreten

Sollte der Gemeinde allerdings eine Grenzverschiebung gelingen, müsse sie an die Eigentümer mit der Frage herantreten: „Gebt ihr uns Flächen für Wohnbebauung?“. Von der Gemeinde Fuldabrück aus sei ein Anschluss der Flächen mit allen Versorgungsleitungen kaum machbar, meint Slawik.

Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) zeigte sich in einer ersten Reaktion „sehr überrascht“ über das Ansinnen. Er wolle nun erstmal das Gespräch mit seinem Bürgermeisterkollegen Slawik abwarten. Ihm sei nicht bekannt, wie groß das Areal sei, an dem Guxhagen interessiert sei. Er schließe nicht aus, dass man über eine Flächenabgabe verhandeln könne. Um einen Ausgleich zu schaffen, müsse es dann aber wohl einen Flächentausch geben, sagte Lengemann. In besagtem Gebiet seien relativ viele Grundstückseigentümer betroffen.

„17 Prozent gehören uns“

Auch der Kreisel, den die Gemeinde Guxhagen am Ortsausgang Richtung Dörnhagen gebaut hat, liegt teilweise auf Fuldabrücker Gebiet. „17 Prozent gehören uns“, sagte Lengemann. Es handele sich um 400 Quadratmeter. Durch entsprechende Beschlüsse habe das Gemeindeparlament Fuldabrück den Bau ermöglicht. (lgr/hog)

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