Weniger Wohnungseinbrüche, kaum Rauschgiftdelikte

Kriminalstatistik für den nördlichen Altkreis: Hälfte der Taten wurde aufgeklärt

Kreis Kassel. „Wir können behaupten, dass die Menschen im nördlichen Landkreis relativ sicher sind.“ Diese positive Bilanz zog jetzt der Leiter des Polizeireviers Nord in Vellmar, Erster Polizeihauptkommissar Karl Ludwig Lamp.

Grundlage ist die Auswertung der Kriminalstatistik 2012 für die Kommunen Vellmar, Fuldatal, Ahnatal und Espenau.

Ein Indiz für diesen Befund ist, dass dort im genannten Zeitraum kein einziges Schwerverbrechen - wie zum Beispiel Mord - zu verzeichnen war.

Unter dem Kreisdurchschnitt

Blickt man auf die einzelnen Kommunen mit ihren zusammen knapp 43 000 Einwohnern, zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Gingen die Fallzahlen bei den Straftaten in Vellmar und Ahnatal deutlich zurück (Vellmar 2011: 622, 2012: 559; Ahnatal 155 zu 130), stiegen sie in Fuldatal und Espenau an (321 zu 327, 103 auf 123). Trotzdem liege das Quartett laut Lamp zusammen genommen immer noch unter dem Kreisdurchschnitt.

Dass die Kommunen im nördlichen Landkreis bei der Anzahl der Delikte auch gegenüber anderen Städten und Gemeinden des Landkreises besser abschneiden, begründet Lamp damit, dass die Nordkommunen für potenzielle Täter eine ungünstigere Verkehrsanbindung - wie den fehlenden Autobahnanschluss - besitzen.

Weniger Einbrüche

Die Aufklärungsquote blieb im nördlichen Altkreis nahezu konstant und variierte kaum. Sie sank gerade mal um 0,1 Prozentpunkte von 52 auf 51,9 Prozent, während sie im gesamten Landkreis im vergangenen Jahr bei 53,1 Prozent lag.

Was beim Blick auf die Statistik bei der Art der Straftaten auffällt: Delikte, auf die die Menschen besonders sensibel reagieren - wie zum Beispiel Wohnungseinbrüche -, haben in der Statistik 2012 nicht oder nur ganz gering zugenommen. So in Ahnatal, wo sie von vier auf fünf kletterten. In Espenau blieben sie mit jeweils elf gleich, in Fuldatal sanken sie von 16 auf 13, in Vellmar von 35 auf 25.

Die beste Aufklärungsquote in diesem Bereich hat Fuldatal, das den Wert von 18,8 (im Jahr 2011) auf 38,5 Prozent im vergangenen Jahr steigern konnte. In Espenau liegt sie bei 9,1 Prozent, in Vellmar und Ahnatal bei null Prozent.

Während die Zahl der Ladendiebstähle im nördlichen Altkreis mit Ausnahme von Vellmar zurückgegangen ist, stiegen die Sachbeschädigungen - auch mit Ausnahme von Vellmar - an.

Rauschgiftdelikte spielten in der Statistik für 2012 in Espenau und Ahnatal keine Rolle, lagen mit neun Vergehen auch in Fuldatal niedrig. In Vellmar sanken sie von 41 (2011) auf 20. 95 Prozent wurden in der Ahnestadt aufgeklärt.

Von Stefan Wewetzer

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