Kfz-Mechatronikerin: Franziska Neubert Innungsbeste nach der Abschlussprüfung

Händchen für Elektronik

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Geschicktes Händchen für Technik: Franziska Neubert ist begeistert von ihrer Tätigkeit als Kfz-Mechatronikerin.

Fuldatal. Nein, Franziska Neubert schüttelt energisch den Kopf, und ihre zum Pferdeschwanz gebundenen dunklen Haare wippen hin und her. Ihren Handwerksberuf möchte die Mechatronikerin des Autohauses Klein in Fuldatal gegen keinen anderen Job der Welt eintauschen.

Auch wenn ölverschmierte Hände, rissige Haut und hohe elektrische Spannungen zu ihrem Arbeitsalltag dazugehören. „Meine Arbeit macht mir einfach Spaß und ist genau das Richtige für mich“, versichert die 20-Jährige. Den Beruf übt sie allerdings nicht nur mit großer Freude, sondern auch mit viel Können aus. Bei der Abschlussprüfung zur Kfz-Mechatronikerin schloss die Kasselerin als Innungsbeste ab.

„Ich war selbst total überrascht, dass alles so gut lief“, sagt die technikbegeisterte Frau. Begeistert vom guten Ergebnis zeigten sich auch Ausbildungsleiter Jürgen Klein und Werkstattleiter Michael Gerlach. „Wir sind sehr stolz auf unsere Mitarbeiterin. Mit diesem tollen Ergebnis stehen ihr viele Wege offen“, so der Geschäftsführer. Keinen Zweifel habe er daran gehegt, dass die Fachabiturientin die Prüfung erfolgreich ablegen würde. „Ihr Niveau war von Beginn an sehr hoch.“ Der Innungssieg überraschte ihn denn aber doch.

„Der Sieg bestärkt uns in unserem Ausbildungskonzept“, so Klein. Seit den Anfängen vor fast 50 Jahren wird im Autohaus Klein kontinuierlich sowohl im kaufmännischen wie im technischen Bereich ausgebildet. Neben dem Berufsschulunterricht findet regelmäßig innerbetrieblicher Unterricht statt. Dieser Aufgabe hat sich Seniorchef Hermann Klein verschrieben. „Die Auszubildenden liegen mir besonders am Herzen. Das Ausbildungsprogramm ist eine Investition in die Zukunft“, so Hermann Klein.

An die diversen Unterrichtseinheiten mit dem Seniorchef erinnert sich die frischgebackene Mechatronikerin gern. „Es ist schön, wenn man bei Fragen immer eine Anlaufstelle im Betrieb hat.“

Die meisten Fragen versucht sich die ehrgeizige junge Frau jedoch selbst zu beantworten. „Es ist spannend und herausfordernd, wenn man sich auf die Fehlersuche begibt und herausfinden muss, warum ein Fahrzeug gerade nicht mehr funktioniert.“ Spaß an der Technik und ein Händchen für Elektronik seien dafür vonnöten. „Ohne diese Voraussetzungen geht gar nichts“, sagt sie. „Die Entwicklung in der Pkw-Technik schreitet so schnell voran, dass man ein Faible für Technik haben und immer auf dem neuesten Stand sein muss.“

Dass dies in einer Männerdomäne gut gelingt, beweist Franziska Tag für Tag. „Ich habe keinen Ausnahmestatus und erledige genau die gleichen Arbeiten wie meine männlichen Kollegen“, sagt die zierliche Frau. Ihr guter Abschluss bestärke sie zudem darin, sich ihren großen Traum zu erfüllen. „Ich strebe den Meistertitel an und freue mich schon auf neue, spannende Erkenntnisse.“

Zuvor steht jedoch noch ihre Teilnahme zum Landesentscheid der Innungssieger an.

Von Martina Sommerlade

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