Verschmutzung von Wegen und Plätzen durch Hundekot wird immer dramatischer – Tierhalter oft uneinsichtig

Vellmar: Stadt stellt Hundetütenspender auf

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Initiative der Stadt: Rathausmitarbeiter Wolfhard Eidenmüller stellt die  Hundetütenspender vor.

Vellmar. Hundekot ist in Vellmar seit Jahren ein Thema. Jetzt reagiert die Stadt und stellt 15 Hundetütenspender auf. Mit den Beuteln sollen die Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner entsorgen.

Immer häufiger zieren Hundehaufen Wege und öffentliche Plätze in der Ahnestadt, weil rücksichtslose Hundehalter die Exkremente ihrer Vierbeiner ungeniert liegen lassen. Wer schon einmal in einen solchen Haufen hineingetreten hat, der weiß, dass die braune Masse gemein stinken kann.

„Hundekot ist in Vellmar ein Thema, das seit vielen Jahren kontrovers diskutiert wird“, sagt Wolfhard Eidenmüller. Der stellvertretende Fachbereichsleiter für allgemeine Verwaltung und Bürgerservice der Stadt ist für Ordnungsangelegenheiten zuständig.

Wie in allen Kommunen nehme die Verschmutzung durch Hundekot in der Ahnestadt stetig zu. Ein Großteil der Hundehalter sei unvernünftig und uneinsichtig. „Oft hören wir das Argument, ein Hundebesitzer zahle schließlich Hundesteuer, und daher könne man die tierischen Hinterlassenschaften auch liegen lassen. Das ist eindeutig falsch, denn dafür wird die Hundesteuer nicht erhoben“, sagt Eidenmüller.

Illegale Abfallentsorgung

Hundekot sei nicht nur ekelig anzuschauen, sondern stinke und berge darüber hinaus auch gesundheitliche Risiken. Von solchen Exkrementen könnten Krankheitserreger übertragen werden. „Es gibt sogar Halter, die so uneinsichtig sind, dass sie ihre Tiere bewusst in Spielplatz-Sandkästen machen lassen“, berichtet Eidenmüller. Das Ablegen von Hundekot stelle eine illegale Abfallentsorgung dar und könne nach dem Abfallwirtschaftsgesetz entsprechend geahndet werden.

Werde ein Weg nicht sofort vom Kot gereinigt, so wie jüngst zwischen dem Nahkauf-Supermarkt und der Seniorenresidenz in Frommershausen, sähen das Hundehalter oft als Einladung an, ihre Vierbeiner dort Gassi zu führen, sagt Eidenmüller. Wo die Bewohner des Alten- und Pflegeheimes spazieren gehen, zierten ungezählte Hundehaufen die Strecke.

15 Hundetütenspender

Nur eine zusätzliche Reinigung außerhalb der turnusmäßigen Kehrrunde brachte Abhilfe. Für die Bediensteten des städtischen Bauhofes ein äußerst unappetitlicher Einsatz. Dies gelte auch für verkotete Rasenflächen, die mit Balkenmähern bearbeitet werden müssten. „Dann fliegt den Mitarbeitern der Dreck regelrecht um die Ohren“, sagt der Fachbereichsleiter.

Künftig sollen an besonders verunreinigten Stellen in Vellmar insgesamt 15 Hundetütenspender aufgestellt werden. Die kleinen, grünen Boxen enthalten Beutel, mit denen Hundehalter die mehr oder weniger verdauten Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge aufnehmen und kostenlos entsorgen können. Wolfhard Eidenmüller: „Ansonsten können wir nur an die Einsicht der Menschen appellieren, ihre Umwelt sauber zu halten.“

Von Werner Brandau

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