GWH übernimmt 491 Wohnungen der Firma Gagfah, die sich aus Baunatal und ganz Nordhessen zurückzieht

Häuser wechseln den Besitzer

Auch an der Dachsbergstraße übernimmt die GWH eine Reihe von Gagfah-Häusern: An dem Haus im Vordergrund mussten ebenfalls Bauschäden beseitigt werden. Foto: Dilling

Baunatal. In der Wohnsiedlung an der Dachsbergstraße und der Birkenallee vollzieht sich Ende des Monats ein Eigentümerwechsel: Die Gagfah, zweitgrößte Wohnungsgesellschaft in Deutschland, hat ihre 491 Wohnungen am Baunsberg an die hessische Gesellschaft GWH verkauft.

Der Kaufvertrag ist bereits im Juli geschlossen worden, wie Gagfah-Pressesprecherin Bettina Benner auf HNA-Anfrage bestätigte. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die GWH wolle sich in der kommenden Woche zu den Einzelheiten des Geschäfts und den Zukunftsplänen äußern, kündigte Geschäftsstellenleiter Christian Wedler (Kassel) an.

Mit dem Verkauf der Wohnungen geht am Baunsberg ein Kapitel zu Ende, das von häufigen Querelen zwischen Mietern und Wohnungskonzern über fällige Sanierungen, schlechten Service und Schimmelprobleme gekennzeichnet war.

Die Gagfah, die vor gut sieben Jahren die Mehrfamilienhäuser aus Beständen der Volkswagen Wohnungsbau von der Firma Semmelhaak gekauft hatte, führte und führt mit Mietern auch Prozesse über angeblich falsch berechnete Nebenkosten und Mietzinserhöhungen.

Bürgermeister Manfred Schaub hatte sich seinerzeit eingeschaltet, damit die dringendsten Reparaturarbeiten an den zum Teil beschädigten Häusern erledigt wurden. Wie aus gut informierter Quelle verlautete, hat die Stadt außerdem die Verkaufsverhandlungen zwischen Gagfah und GWH mit angestoßen.

Die GWH, die – überwiegend in Hessen – etwa 48 000 Wohnungen bewirtschaftet, ergänzt mit dem Kauf von der Gagfah ihren Bestand am Baunsberg. Der Gesellschaft gehört bereits fast ein Drittel der 3000 Wohnungen dort. Zuletzt hatte die GWH vor drei Jahren 159 Wohneinheiten von der Landesärztekammer Hessen erworben.

Unter dem seinerzeit gegründeten Mieterbeirat hat sich der anstehende Verkauf herumgesprochen. Man hoffe, dass mit der GWH einiges besser werde in der Siedlung und nicht sofort die Mieten erhöht würden, sagte dessen Sprecher Wolf Zimmermann. Die gröbsten Bauschäden seien inzwischen beseitigt worden. Die Gagfah habe die meisten Prozesse gegen ihre Mieter verloren. Das will der Konzern auf Anfrage nicht bestätigen. Diese „Einzelfälle“ seien vom Gericht „individuell“ entschieden worden. Die Gagfah zieht sich nach den Worten von Benner mit dem Verkauf ihrer Baunataler Wohnungen ganz aus Nordhessen zurück. Es sei Strategie des Konzerns, sich auf die verbleibenden „30 Top-Standorte“ in Deutschland zu konzentrieren und dort zu wachsen. Dem Schimmelproblem sei man mit einem Projekt zur Kontrolle des Lüftungsverhaltens der Mieter begegnet. Die Auswertung habe man bis zum Verkauf aber noch nicht abgeschlossen. (pdi) KOMMENTAR

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