Infos auf dem Hessentag

Simmershäuserin Waltraud Schütz war für Hilfsprojekt in Siebenbürgen

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Prof. Manfred Gerner (Mitte) aus Fulda, Fachberater des Projektes, leitet in Pretai Kursteilnehmer an.

Fuldatal / Kassel. In Russland ist sie so gut wie zu Hause - dort unterstützt Waltraud Schütz aus Simmershausen zahlreiche Hilfsprojekte. Damit nicht genug, zog es sie jüngst gen Rumänien.

Für den in Kassel ansässigen Förderverein „Ausbildungszentrum Kirchenburgen“ reiste Schütz zweimal in die Region Siebenbürgen im Zentrum Rumäniens, um das Projekt Jugendbauhütte Pretai zu unterstützen. „Es war eine Herausforderung, ein anderes Land kennenzulernen. Der Einsatz hat mir viel Spaß gemacht“, erzählt sie.

Hauptanliegen des Projektes ist die Aus- und Weiterbildung junger Rumänen in Berufen des Bauhandwerkes, um ihnen in ihrer Heimat eine berufliche Perspektive zu eröffnen. Weitere Anliegen sind der Erhalt der Kirchenburgen in Siebenbürgen sowie die Förderung der internationalen Jugendbegegnung.

Träger des Projektes ist der Kirchenbezirk Mediasch der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien. Um die Arbeit zu organisieren und zu finanzieren, haben Mitglieder der Handwerkerarbeit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck 2008 den Förderverein Ausbildungszentrum Kirchenburgen gegründet, der mittlerweile 25 Mitglieder hat. Mit Unterstützung des Fördervereins wurde in den Nebengebäuden der Kirchenburg von Pretai eine Jugendbauhütte mit Werkstatt und Unterkunft eingerichtet. Seit 2009 bieten deutsche Handwerker dort jedes Jahr Sommerkurse in verschiedenen Berufen an. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt des fünfmonatigen Kurses auf der Holzbearbeitung.

Zehn Teilnehmer sind dabei, deutschstämmige Siebenbürger Sachsen, Rumänen und Roma. „Es geht uns auch darum, den Zusammenhalt dieser Gruppen zu stärken. Die Zusammenarbeit klappt sehr gut“, sagt Dieter Lomb, Schatzmeister des Vereins.

Der kompakte Lehrgang entspricht einer zweijährigen Ausbildung in Rumänien und ist staatlich anerkannt. Für Kontinuität sorgen ein Tischler und ein Zimmermann, von denen mindestens einer vor Ort ist. Unterstützt werden sie von Handwerkern, die unentgeltlich während ihrer Urlaubszeit jeweils für zwei bis drei Wochen in Pretai im Einsatz sind, darunter einige aus Nordhessen. Waltraud Schütz hat weder Hammer noch Säge geschwungen. Ihre Aufgabe war es, den Einsatz der Handwerker vorzubereiten. Eine Aufgabe, die auch die stellvertretende Vereinsvorsitzende Ingeborg Bechstedt aus Lohfelden schon oft übernommen hat.

„Die Unterbringung und Verpflegung müssen organisiert werden und das nötige Werkzeug bereitstehen“, beschreibt Schütz ihre Arbeit. Zudem hat sie Schülern aus Nordhessen Praktikumsstellen in Pretai vermittelt.

Stichwort

Kirchenburgen in Siebenbürgen

Die Kirchenburgen in Siebenbürgen (im Zentrum Rumäniens) gelten als Zeugen christlicher Kulturgeschichte in Europa und sind Ausdruck der protestantischen Identität der Siebenbürger Sachsen. Sie sind jedoch vom Verfall bedroht.

Von 1984 bis heute wanderten über 100 000 Siebenbürger Sachsen nach Deutschland aus. In Rumänien leben derzeit noch etwa 14 000, meist ältere Siebenbürger Sachsen.

Die Evangelische Kirche Siebenbürgens will ihren Gemeinden auch mithilfe der Kirchenburgen neue Perspektiven geben.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die touristische Nutzung. (pmi)

Hintergrund

Stele am Stand des Handwerks

Auf dem Hessentag in Kassel stellte der Förderverein Ausbildungszentrum Kirchenburgen seine Arbeit vor. Dort entstand in Zusammenarbeit mit der Steinmetz- und Bildhauer-Innung Hessen Nord eine Stele, die in der Kirchenburg Pretai aufgestellt werden soll als Zeichen der Verbundenheit zwischen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelisch-Lutherischen Kirche Siebenbürgens. Die Stele ist noch bis zum morgigen Sonntag an dem Stand der Handwerkskammer auf dem Hessentag zu sehen.

Kontakt: Manfred Gerner, Fachberater des Projektes, E-Mail: info@fachwerk-arge.de

Von Meike Schilling

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