Nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin

Hannelore Kraft (SPD) auf Wahlkampftour in Nordhessen

+
Auf Tuchfühlung: Hannelore Kraft begrüßte alle Besucher auf der Königsalm persönlich.

Nieste. Als der schwarze Audi A 8 um 15.15 Uhr auf dem Parkplatz der Jugendburg Sensenstein hält, ist das Empfangskomitee um die SPD-Bundestags- und Landtagsabgeordneten Ulrike Gottschalck, Brigitte Hofmeyer und Timon Gremmels zunächst etwas ratlos.

Denn vom Ehrengast als Wahlkampfunterstützung, der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, ist erst einmal nichts zu sehen. Erst nach ein paar Minuten taucht sie hinter dem Kofferraumdeckel des Audi auf - sie hat zuerst die Schuhe gewechselt.

Denn vor der Politik ist eine kurze Wandereinheit durch den Wald vom Sensenstein zur Königsalm angesagt, die die Ministerpräsidentin trotz einiger glitschiger Passagen mit Bravour meistert. Der „Niester Riese“, hinter dem Rudolf Grau steckt und in seiner Verkleidung die jahrhundertealten Riesenbäume im Wald symbolisiert, sorgt mit einer kurzen Ansprache für Lokalkolorit.

Den Sensenstein haben die heimischen Genossen ganz bewusst ausgewählt. Denn die Freizeiteinrichtung stehe als Symbol für Bildung und soziale Gerechtigkeit, erläutert Ulrike Gottschalck.

Strammes Programm

Seit dem Morgen ist Hannelore Kraft in Nordhessen unterwegs, davor tourte sie durch Thüringen. Bundestagswahlkampf. Gestern dann Nordhessen. Eschwege, der Sensenstein bei Nieste, Melsungen und Fulda heißen die Stationen. Ein strammes Programm, das der Ministerpräsidentin anzumerken ist. Ein klein wenig müde wirkt sie, als sie auf der Alm von Tisch zu Tisch geht und die rund 100 Besucher freundlich begrüßt. „Das ist ja wie im Urlaub hier“, sagt sie tapfer.

Begrüßung vor der Königsalm: Der „Niester Riese“ alias Rudolf Grau begrüßt die SPD-Wanderer: Vizelandrätin Susanne Selbert (von links), Landtagsabgeordnete Brigitte Hofmeyer, Niestes Bürgermeister Edgar Paul, die Bundestagsabgeordneten Ulrich Meßmer und Ulrike Gottschalck, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Landtagsabgeordneter Timon Gremmels.

Dann wird es politisch, viele Genossen sind unter den Besuchern. Aber zuerst einmal entschuldigt sich Hannelore Kraft scherzhaft „bei allen anderen Gästen, die mir jetzt zuhören müssen“. Dann spricht sie von klassischen Themen der Sozialdemokraten. Soziale Gerechtigkeit heißt das Stichwort.

Von Investitionen in die Bildung, vom notwendigen Mindestlohn, der Steuer für Besserverdienende ist die Rede. „Auch in Orten wie Nieste muss es stimmen“, sucht sie den lokalen Bezug. Beschwört die Besucher, dass die SPD trotz negativer Umfragewerte Siegchancen hat. Das Publikum applaudiert, freut sich, dass die Ministerpräsidentin sich auch an die Tische setzt, um jetzt ganz entspannt zu diskutieren.

Danach geht es zurück zum schwarzen Audi. Die Wanderschuhe verschwinden im Kofferraum, es geht weiter zur nächsten Etappe nach Melsungen.

Von Stefan Wewetzer

Hannelore Kraft besuchte die Königsalm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.