Thomas Davin fertigt Bilder und Objekte aus simplen Materialien – Ausstellung im Mai

Die Harmonie der Linie

Schwarz und Weiß: Mit diesen beiden unbunten Farben bemalt Thomas Davin seine MDF-Platten vorwiegend (Hintergrund). Alle seine Werke sind Einzelstücke. Foto: Gratzke

Vellmar. Mehrere Hundert Euro sollte das Kunstobjekt kosten, was Thomas Davin vor drei Jahren in einem Möbelkatalog sich angesehen hatte. Dargestellt wurde eine übergroße fleischfarbene Hand auf einem weißen Holzsockel. „Das kann ich auch“, sagte der 53-Jährige aus Vellmar zu seiner Frau. „Und zwar für viel weniger Geld.“

Thomas Davins Bilder und Objekte bestehen aus simplen Materialien wie Metall vom Schrotthändler, MDF-Platten, Ytong-Steinen, Wandfarbe und Rauputz aus dem Baumarkt. Obwohl die Bestandteile seiner Werke nicht viel kosten, wirken seine Kreationen alles andere als einfach und alltäglich. „Ich habe eine Vorliebe für gerade Linien“, sagt er und streicht mit bescheidenem Stolz über seine zwei Lieblingsbilder. Aus diesem Grund schafft der Hobbykünstler viereckige und rechteckige Bilder, die mit geometrischen Figuren wie Dreiecken, Kreisen, Quadern und Rechtecken in der Bildmitte verziert sind. „Bevor ich die Metallfiguren befestige, lege ich sie mir zurecht und schaue, wie’s am besten passt“, erklärt er und blinzelt durch seine randlose Brille. Er will vermeiden, dass seine Bilder zu überladen und erdrückend wirken.

Seine Galerie ist sein Haus. Überall an den Wänden hängen Bilder oder in den Ecken stehen fantasievolle Objekte. Dadurch, dass sie nicht an weißen Wänden hintereinander hängen, wirkt seine Kunst harmonisch, wohnlich und nicht streng. Das finden auch Freunde und Bekannte, die ihn letztlich auf die Idee brachten, mit seiner Kunst an die Öffentlichkeit zu gehen. „Zwei kleine Ausstellungen hatte ich bereits. Im Anschluss konnte ich auch einige Sachen verkaufen,“ erinnert sich Thomas Davin. Leben kann er von seiner Kunst nicht, „aber es wäre mein Traum“, sagt der gelernte Schreiner.

Seit drei Jahren arbeitet er an seinem Traum und lässt seinen Ideen dabei freien Lauf. Er weiß nie, was am Ende für ein Kunstwerk entsteht. Seine Arbeitszeiten sind unterschiedlich lang. Mal mehrere Stunden, mal zehn Minuten. Ohne Druck und Stress steht er an seiner Werkbank im Keller und hämmert, meißelt, schleift und klebt. Ohne Skizzen arbeitet Thomas Davin und schöpft aus seiner Vorstellungskraft. Die begeisterte auch einen Kunden, der für sein Appartement in Spanien noch das passende Kunstwerk suchte und gleich zwei Bilder kaufte. Generell fertigt Davin seine Bilder als Paare an. Dadurch sei die Wirkung von Einsamkeit aufgehoben, sagt der Künstler. Hintergrund

Von Anne Stephanie Gratzke

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