Haftstrafen für 53-Jährigen aus dem Landkreis und Komplizen

Haschisch-Transport im Wohnmobil

Kassel. 130 Kilogramm Cannabis-Harz entdeckten marokkanische Behörden im Juli 2009 im Boden des deutschen Wohnmobils. Das Fahrzeug im Hafen von Tanger war auf einen heute 53-jährigen Mann aus dem Kreis Kassel zugelassen. Ein heute 42-Jähriger begleitet die Fahrt. Ein Dritter, mit dem er damals unterwegs war, sitzt in Marokko im Gefängnis. Der 53- und der 42-Jährige müssen nun in Deutschland Haftstrafen absitzen. Das Kasseler Landgericht verurteilte sie gestern zu Freiheitsstrafen von vier und drei Jahren.

Der gestoppte Haschisch-Transport war nicht das einzige Delikt, für das die beiden sich verantworten mussten. Alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft haben sie gestanden: Wenige Wochen nach dem Vorfall in Tanger brachten sie demnach 40 Kilogramm Amphetamin aus den Niederlanden nach Kassel. Bei einem weiteren Drogentransport aus dem Nachbarland wurde der 53-Jährige gestoppt und festgenommen. In seiner Wohnung fanden die Fahnder weitere Vorräte.

Der 53-Jährige hatte gestern eine persönliche Krisensituation als Grund für seine Verwicklung in die Drogengeschäfte angeführt: Job weg, Ehe kaputt, finanzielle Notlage - „plötzlich lag das Geld auf dem Tisch - und da hat’s halt ausgesetzt“.

15 000 Euro sollen ihm für organisatorische Arbeiten bei der Marokko-Aktion geboten worden sein. Er hat zugegeben, den 42-Jährigen dafür angeworben zu haben. Für die erste Niederlande-Fahrt habe er dann rund 1800 Euro erhalten und 300 an den 42-Jährigen gezahlt. Schließlich gefasst, hatte der 53-Jährige schnell gestanden und umfassend ausgesagt. Auch der 42-Jährige habe bei der Aufklärung von Drogentransporten nach und aus Kassel geholfen. Für beide wirkte sich das kräftig mildernd auf das Strafmaß aus. Dem gestrigen Urteil war eine Absprache zwischen Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft vorausgegangen. Die vereinbarte maximale Strafhöhe schöpfte die Kammer dann voll aus.

Der Beitrag der Angeklagten zu den Drogengeschäften hätte auch schärfer bewertet werden können, betonte Richter Jürgen Stanoschek. Angeklagt war jedoch nur Beihilfe zum Drogenhandel, unerlaubte Einfuhr und unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln. Gegen einen Freund des 53-Jährigen, der Drogen in seinem Keller aufbewahrt hatte, verhängte das Gericht ein Jahr Bewährungsstrafe.

Von Katja Schmidt

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