Haus der Begegnung in Simmershausen: Sanierung vor Abschluss

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Montage: Im Anbau mit Treppenhaus und Fahrstuhl befestigen die Metallbauer Rolf Christian (von links), Nino Wagener und Kai Jordan ein Treppengeländer.

Fuldatal. Die Sanierung des künftigen Hauses der Begegnung in Simmershausen geht auf die Zielgerade. Ende Mai soll das knapp 1,8 Millionen Euro teure zentrale Projekt der Dorferneuerung fertig sein, sagt Architekt Elmar Kriesten. Derzeit läuft noch der Innenausbau. Heizungs- und Sanitärarbeiten stehen an, Decken müssen montiert, Böden verlegt werden.

Manche Überraschung erlebten die Gemeinde als Bauherr und ihr Architekt mit der ehemaligen Schule aus den 50er-Jahren. Schadstoffe mussten entsorgt werden. Um Feuchtigkeit im Keller zu beseitigen, wurden die Außenwände freigelegt und speziell behandelt. Dabei stellte sich auch heraus, dass Fundamente in Teilen brüchig waren und erneuert werden mussten. Dann zeigte sich, „dass das ganze Gebäude schief steht“, sagt Kriesten. Bis zu zehn Zentimeter falle das Haus ab. Der Dachdecker habe dies als Erster gemerkt, als er die Regenrinne an den unveränderten Dachstuhl montierte und das Wasser nur an einer Seite abfloss.

Zuletzt erwies sich der vorhandene Estrich, „der eigentlich drinbleiben sollte, als sehr bröselig“. Er wurde komplett ausgetauscht. Damals, vor 60 Jahren, herrschte offensichtlich Mangel an Zement, „daher wurde mehr Sand verwendet“, meint Kriesten. All dies sorgte für Verzögerungen und auch Mehrkosten. Dass man dennoch gut im Zeitplan ist, habe am milden Winter gelegen. „Der hat uns sehr geholfen“, sagt der Architekt.

Und trotz der Mehrkosten „hoffen wir, im finanziellen Rahmen zu bleiben“, sagt Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU). Und dies trotz der Überraschungen und der jährlichen Baukostensteigerung von drei bis 5 Prozent. Dass man dies weitgehend auffing, lag an zusätzlichem Fördergeld aus Wiesbaden, an Spendern, einer hatte fast sämtliche Sanitärelemente finanziert, aber auch an Eigenleistungen von Simmershäuser Einwohnern.

„Das war toll und vorbildlich“, betont Erwin Sedlazek, Vorsitzender des Arbeitskreises Dorferneuerung. Klar hatten Mitglieder von Vereinen und Verbänden wie dem TV Simmershausen, die das Haus nutzten und künftig nutzen werden, unzählige Arbeitseinsätze. „Aber es ist schon vor der Eröffnung ein Haus der Begegnung geworden, offen für alle Menschen im Ort“, sagt Sedlazek. Entsprechend breit sei die Unterstützung gewesen.

Von Michael Schräer

Hintergrund

Gemeinde deckelte Eigenanteilder Kosten

Die ehemalige Grundschule, zuletzt Haus der Vereine, übernahm die Gemeinde vom Landkreis Kassel nach einem Flächentausch für 26 100 Euro Euro. Gleichzeitig zahlte der Landkreis einen Ablösebetrag von 82 000 Euro für im Haus vorhandene Schadstoffe.

Weitere Zuschüsse für den Umbau zum Haus der Begegnung flossen aus Mitteln der Dorferneuerung (415 000 Euro) und aus dem Bereich Denkmalpflege (66 000 Euro). Im vergangenen Jahr förderte das Land die energetische Sanierung des Hauses mit 90 000 Euro.

Diese Summe gleicht Mehrkosten in gleicher Höhe aus, die zu der ursprünglich kalkulierten Summe von 1,7 Millionen Euro hinzukamen. Den Eigenanteil der Gemeinde an dem Sanierungs- und Umbauprojekt hatte das Parlament auf 1 223 000 Euro gedeckelt. (mic)

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