Der Baunataler Andreas Möckel leitet ein Kinderheim in Namibia

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Er will etwas bewegen: Andreas Möckel sagt, er habe den besten Job der Welt. Zurzeit ist er in Deutschland unterwegs, um Spenden für das Kinderheim zu sammeln.

Baunatal/Omaruru. Namibia hat die vierthöchste Aidsrate weltweit. Jeder fünfte Einwohner ist HIV-positiv. Für viele Kinder bedeutet das, dass sie früh ihre Eltern verlieren und dann ganz auf sich allein gestellt sind.

Im Omaruru Children's Haven, einem Kinderheim im Nordosten des Landes, bekommen sie Liebe und Geborgenheit. Geleitet wird die Einrichtung seit Januar von einem Baunataler.

„Ich habe den besten Job der Welt, weil ein Sinn dahinter steht“, sagt Andreas Möckel. Als er im Herbst vergangenen Jahres erfuhr, dass für das Kinderheim dringend ein Leiter gesucht wird, überlegte er nicht lange. Erfahrung mit sozialen Projekten hatte der 29-Jährige – unter anderem hatte er in den USA Häuser für Bedürftige gebaut. Zudem bringt er als studierter Wirtschaftswissenschaftler Kenntnisse im Management mit. Dass er in Namibia recht wenig verdient, sei ihm egal, sagt er. „Mit ist wichtig, etwas zum Positiven zu verändern.“

34 Kinder leben derzeit im Omaruru Children's Haven. Mädchen und Jungen, die ohne Eltern aufwachsen müssen, und solche, die in ihrem jungen Leben Gewalt erfahren mussten. Ein liebevolles Zuhause kannten die meisten bis zu ihrem Einzug ins Kinderheim nicht.

Familiennahes Umfeld schaffen

Wir wollen ihnen ein familiennahes Umfeld schaffen“, erklärt Möckel. Deshalb kümmern sich fünf Betreuerinnen rund um die Uhr um die Kinder, und fünf deutsche Volontäre helfen bei Hausaufgaben und Alltagsbewältigung. Gemeinsames Essen gehört ebenso zum Tagesprogramm wie Musik- und Computerunterricht. Hin und wieder organisieren Möckel und seine Kollegen Ausflüge. Am besten solche, bei denen die Kinder Spaß haben und etwas lernen.

Sein Anliegen sei es, den Jungen und Mädchen eine Zukunftsperspektive zu geben, sagt der Baunataler. „Wir versuchen, ihnen Werte und Selbstbewusstsein zu vermitteln.“

Dass das manchmal gar nicht so einfach ist, hat Möckel in den vergangenen Monaten allzu deutlich erfahren müssen. „Ich hatte unterschätzt, wie traumatisiert manche Kinder sind.“ Gespräche mit einem Psychologen sollen ihnen nun helfen, negative Erlebnisse zu verarbeiten.

Wie lange Andreas Möckel in Afrika bleiben wird, weiß der 29-Jährige noch nicht. Auf jeden Fall aber so lange, bis er sein persönliches Ziel erreicht hat. Er will das Kinderheim zur besten unabhängigen Einrichtung dieser Art in Namibia machen - damit seine kleinen Schützlinge die größten Chancen auf ein glückliches Leben haben.

Das Kinderheim Omaruru Children's Haven wird fast ausschließlich durch Spenden finanziert.

Spendenkonto: Förderverein Omaruru Children's Haven, Konto 10 60 02 83 37, BLZ 52 05 21 54, Kreissparkasse Schwalm-Eder. Spendenbescheinigungen stellt Werner Oelze aus, Tel. 05663/306.

Von Pamela De Filippo

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