Haus am Pfaffenberg: Eigentümer will sanieren

Es bröckelt: Das Haus am Pfaffenberg diente einst als Asylheim und als Swingerklub. Doch nun steht das Fachwerkhaus zwischen Helsa-Wickenrode und Großalmerode schon seit Jahren leer und verfällt. Fotos: Goldmann

Helsa. Die Fassade bröckelt, die Fensterscheiben haben lange Risse, das Holz der Eingangstür blättert ab - kaum vorstellbar, dass durch diese Tür einst Scharen von Gästen in das Gasthaus gingen.

Das Haus am Pfaffenberg, das große Fachwerkgebäude an der Bundesstraße 451 zwischen Helsa-Wickenrode und Großalmerode, hat seine besten Zeiten hinter sich. Das heruntergekommene Haus war einst ein gut besuchtes Gasthaus, das seinen Ursprung im Warenverkehr mit Pferdefuhrwerken hat. Denn der Transport von Waren lief über die Passhöhe am Pfaffenberg. In Helsa wurden die Pferde vorgespannt und auf dem Pfaffenberg wieder abgespannt.

Das bedeutete ein lohnendes Geschäft im Ort und für das Gasthaus, das zum ersten Mal 1820 als Guts- und Gasthaus schriftlich erwähnt wird. Als schließlich nicht mehr Pferde, sondern Eisenbahnen für Transporte genutzt wurden, wandelte sich das Gasthaus zu einem beliebten Ausflugslokal. Insbesondere an Feiertagen brummte das Geschäft. Deshalb wurde das Haus im Jahr 1842 vergrößert.

Zu Wickenrode gehört der Pfaffenberg erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts, seit das Konsortium Waitz von Eschen und die Fabrikanten Pfeiffer und Schwarzenberg das Guts- und Wirtshaus kauften.

Nachdem die Besitzer mehrfach gewechselt hatten, kaufte Franz Ullwer - ihm gehört auch die Brandruine „Merten-Jäger-Haus“ in Helsa - 1992 das Fachwerkhaus.

„600 000 Mark (das entspricht etwa 300 000 Euro) habe ich dafür ausgegeben“, erzählt er. In Absprache mit dem damaligen Bürgermeister Uwe Schmidt und Landrat Udo Schlitzberger (beide SPD) wurde dort ein Heim für 40 Asylanten eingerichtet. „Ich habe nicht nur das Haus gekauft, sondern auch die gesamte Inneneinrichtung allein finanziert“, sagt Ullwer.

Haus am Pfaffenbach

Doch die Zahl der Asylbewerber ging zurück, das Heim wurde nicht mehr gebraucht. „Ich hatte gedacht, dass das Asylheim bleibt“, sagt Ullwer heute. Anschließend versuchte der Helsaer noch einmal sein Glück und verwandelte die Räumlichkeiten in einen Swingerklub. Nun steht das Gebäude seit Jahren leer und gammelt vor sich hin. Vor einigen Monaten sei sogar eingebrochen worden, erzählt Ullwer. „Die haben alles mitgenommen, was aus Metall und Kupfer besteht.“ Waschbecken und Heizungen seien brutal abgeschlagen worden.

Trotzdem schaut Ullwer zuversichtlich in die Zukunft. „Nächstes Jahr wollen wir mit der Sanierung beginnen.“ Dann solle das Haus am Pfaffenberg schöner aussehen als je zuvor.

Von Carolin Hartung

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