Awo-Altenzentrum in Heiligenrode – Streit um Schotterschicht sorgte für Verzögerung

Heimbau beginnt endlich

Lange tat sich nichts: Am heutigen Freitag soll nun mit der Einrichtung der Baustelle für das Awo-Altenzentrum in Heiligenrode begonnen werden. Foto:  Ketteritzsch

Niestetal. Der Bau des Altenzentrums der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Heiligenrode steht unter keinem guten Stern. Nachdem sich die Sozialorganisation vor gut einem Jahr wegen Problemen bei der Finanzierung von der PR Bau + Boden AG (Kaufungen) getrennt hatte, herrschte auch unter dem neuen Investor, der Lindhorst-Gruppe aus Winsen/Aller, bislang Stillstand. Doch nun soll Bewegung in die Sache kommen, erklärte Geschäftsführer Alexander Lindhorst gestern auf HNA-Anfrage. Am heutigen Freitag werde der mit dem Bau beauftragte Generalunternehmer aus Fulda mit der Einrichtung der Baustelle beginnen, sagte der Investor.

Seit dem symbolischen ersten Spatenstich im Sommer hatte sich auf dem 3800 Quadratmeter großen Grundstück an der Cornelius-Gellert- und der Karl-Marx-Straße nichts getan. Grund für die erneute Verzögerung bei der Verwirklichung des für 85 Bewohner ausgelegten und zwischen fünf und sechs Millionen Euro teuren Altenzentrums waren nach HNA-Informationen Unstimmigkeiten zwischen dem Investor und der Gemeinde Niestetal, die das Areal gegenüber der Gesamtschule im November 2010 an die zur Lindhorst-Gruppe gehörende Seniorenpark Niestetal GmbH verkauft hatte.

Dabei ging es um die Frage, wer für eventuelle Mehrkosten aufkommen muss, die sich durch eine mögliche Belastung des Baugrunds ergeben könnten. Konkret geht es um die Beseitigung einer Schotterschicht im Untergrund, die noch aus den Zeiten stammt, als das Grundstück als Park- und Festplatz genutzt wurde. „Wir werden den Schotter separieren“, kündigte Investor Lindhorst an. Die Kosten werde sich das Unternehmen wahrscheinlich mit der Gemeinde teilen. Er, Lindhorst, habe in der Angelegenheit ein Gespräch mit Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) geführt, das positiv verlaufen sei.

Im Rathaus wollte man sich zu Details nicht äußern. Auf Anfrage sagte Verwaltungssprecher Dennis Bachmann: „Wir hoffen, dass es jetzt endlich losgeht.“ Michael Schmidt, Geschäftsführer der Awo in Nordhessen, ist „absolut optimistisch“, dass nunmehr alles rund laufen wird. Er berichtet von „sehr konstruktiven Gesprächen“ zwischen Investor, Gemeinde und der Awo als künftiger Betreiberin. Als Eröffnungstermin für das Altenzentrum peilt der Investor den 1. November 2012 an. Eine Unwägbarkeit bleibt allerdings: Das Gelände ist erst teilweise auf Rückstände aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht worden. Die Untersuchung erfolge abschnittsweise.

Von Peter Ketteritzsch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.