Heimische Erdbeeren sind gefragt wie nie

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Frisch vom Feld: Lucie Piechottka (7) zeigt stolz, wie viele leuchtend-rote Erdbeeren sie schon gesammelt hat. Auf dem Feld des Gartenbaubetriebs Bauer in Elgershausen findet sie immer viele Beeren.

Schauenburg. Beim Gartenbaubetrieb Bauer in Elgershausen kann jeder seine Erdbeeren selbst pflücken. Die Nachfrage nach heimischem Obst und Gemüse ist groß. „Mit Ehec haben unsere Früchte nichts zu tun", sagt Claudia Bauer, die den Betrieb mit ihrem Mann Frank bewirtschaftet.

Rot glänzen sie in der Sonne. Ein süßer Duft liegt über dem Feld. Schnell eine Erdbeere gepflückt und probiert: Hmmm, die sind sehr lecker. Lucie (7) und ihr Bruder Elias (5) laufen durch die Reihen des Erdbeerfeldes des Gartenbaubetriebs Bauer am Baunsberg.

Die Kinder suchen auf dem großen Feld nach besonders schönen Erdbeeren. „Ich hab eine ganz Große gefunden“, ruft Lucie. „Ich hab auch welche“, antwortet Elias. Er kniet an einem Strauch und pflückt eine kleine rote Beere ab, legt sie sorgfältig in sein Eimerchen. Die nächste Erdbeere wandert nicht in den Eimer, sondern in seinen Mund. Mit frechem Grinsen kaut er genüsslich. So schmecken sie am besten.

Auf den Geschmack der Erdbeeren legen Claudia Bauer und ihr Mann großen Wert. Seit 21 Jahren bieten sie das Selberpflücken an. Normalerweise verkauft der Betrieb die Früchte auch portionsweise in Körben.

„Aber uns fehlt noch ein Erntehelfer“, sagt Claudia Bauer. Gerade ältere Leute schätzen den Service, nicht selbst pflücken zu müssen, aber Erdbeeren frisch vom Feld zu bekommen.

Mehr als 20 Sorten wachsen auf den Feldern. Einige wie Mieze Schindler und Zarathustra, die schon seit mehr als 100 Jahren angebaut wird, haben ein ganz besonderes Aroma. Der Familie Bauer ist es wichtig, alte Sorten am Leben zu erhalten. „Einige Liebhaber kommen deshalb extra hierher“, erzählt Claudia Bauer.

Liebe zu alten Sorten

Seit einer Woche haben sie die Felder geöffnet, und die Nachfrage ist jetzt schon sehr hoch. „Wir merken, dass viele wegen Ehec verunsichert sind“, berichtet Claudia Bauer. Ihre Erdbeeren haben aber nichts mit Ehec zu tun, da die Früchte nicht gedüngt werden. „Nur in der Blüte werden die Pflanzen gegen Pilze gespritzt.“

Der Gartenbaubetrieb profitiert sogar von der Ehec-Krise: Gurken sind ausverkauft, noch nie hat der Betrieb so viele Gurkenpflanzen verkauft wie dieses Jahr. Viele hätten Angst vor den Keimen und vertrauten nun auf regionale Produkte, bei denen bekannt ist, wo die Erträge herkommen.

Der kalte Winter hatte den Pflanzen nicht geschadet, und der warme Frühling tat sein Übriges, dass die Erdbeeren gut gewachsen sind. „Vor 30 Jahren ging es erst immer zwischen dem 17. und 20. Juni los“, sagt die Obst- und Gemüsebäuerin. Wichtig sei jedoch, dass es immer wieder regne, denn sonst vertrockneten die Früchte. Drei bis vier Wochen lang könne man die roten Früchte jetzt ernten.

Darüber machen sich Lucie und Elias keine Gedanken. Sie sind nur damit beschäftigt, ihre Eimerchen voll zu bekommen - und die roten Früchte zu naschen. Elias trägt den vollen Eimer nach einer knappen Stunde zu Claudia Bauer. Mehr als zwei Kilo Erdbeeren haben die Kinder gepflückt. „Und, habt ihr auch welche probiert?“, fragt Claudia Bauer. „Jaaa“, kommt es gleichzeitig aus den roten Mündern von Lucie und Elias, und beide strahlen.

Service

Gartenbau Bauer, Schauenburg-Elgershausen, Am Baunsberg 1, Montag bis Samstag 9 bis 19 Uhr. Wer als Erntehelfer Familie Bauer unterstützen möchte: Telefon 05 61/49 35 19.

Hintergrund

Die Erdbeere zählt zur Familie der Rosengewächse. Erdbeeren sind eigentlich auch keine Beeren. Die Früchte der Erdbeeren sind die kleinen Nüsschen, die auf der Außenhaut zu erkennen sind. Botanisch korrekt sind Erdbeeren daher Sammelnussfrüchte.

Je nach Sorte variieren Erdbeeren in Form, Farbe Größe und Geschmack. Erdbeeren enthalten mehr Vitamin C als Zitrone oder Orange und gelten als Schlankmacher, da sie nur sehr wenige Kalorien haben.

Die rote Frucht enthält 300 Inhaltsstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen und Natrium. Erdbeeren stärken das Immunsystem, entwässern, sind appetit- und verdauungsfördernd.

Von Jessica Bassing

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