Standesbeamte von Ahnatal und Espenau vertreten sich jetzt gegenseitig

Heiraten und Geld sparen

Standesämter: Hand in Hand arbeiten jetzt die Standesämter von Espenau und Ahnatal. Dadurch sollen in der Verwaltung Kosten gespart werden. Archivfoto: dpa

Ahnatal/Espenau. Der Alptraum jeder Verwaltung: Im Rathaus stürzt der Server ab. Viele Stunden lang geht gar nichts, die Arbeit muss ruhen, Techniker müssen geholt werden, die Bürger sind sauer, weil ihre Anliegen nicht bearbeitet werden können.

So etwas soll in den Gemeinden Ahnatal und Espenau kein Problem mehr sein. Im Bereich der EDV kooperieren die beiden nordhessischen Kommunen bereits. Wenn in einem Rathaus etwa der Computer streikt, dürfen und müssen jetzt die Kollegen der Nachbargemeinde sozusagen auf dem kurzen Dienstweg die Arbeit mitübernehmen. „Das soll sie effizienter machen“, sagt Ahnatals Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU).

Dieser Gedanke gilt soll jetzt auch für die Standesämter gelten. Espenau und Ahnatal haben jeweils vier Standesbeamte, die künftig deutlich flexibler arbeiten sollen. Im Zuge der „interkommunalen Kooperation“, wie die neue Zusammenarbeit im Zuge der allgemeinen Einsparung heißt, müssen sie sich jetzt, wie zum Beispiel Martina Möller (Ahnatal) und Yvonne Klawon, wechselseitig in ihren vielfältigen Funktionen vertreten. Die reichen von der Eheschließung über die Einbürgerung bis zum Sterbefall. „Diese Vertretungssystem gewährleistet, dass die Geschäfte reibungsloser laufen, etwa im Krankheitsfall“, erklärt Michael Wielert (SPD), Bürgermeister von Espenau.

Durch die Kooperation wollen die Verwaltungschefs Kosten sparen, zum Beispiel die für die teuren Fortbildungen der Standesbeamten. Aber auch Arbeits- und Verwaltungsabläufe sollen sollen verkürzt werden.

Andererseits werde die Arbeit der Gemeinden immer mehr und immer anspruchsvoller, erklären sie. „Die Mitarbeiter, wir alle müssen hier alles gegenseitig am Laufen halten“, sagt Wielert. Bürgermeister Aufenanger aus Ahnatal erhofft sich, trotz des Spargedankens, von der Kooperation mit Espenau eine „Verbesserung der Qualität“ der Gemeindearbeit, dass sich die Verwaltungsabläufe durch die Zusammenarbeit verbessern.

Dass diese nur eine Vorstufe für einen späteren Zusammenschluss der Gemeinden Espenau und Ahnatal sein könnte, will Wielert nicht bestätigen. „Die Kooperation soll gerade das verhindern“, sagt er.

Eigenständigkeit

Mit ihr wolle man gerade die Eigenständigkeit der beiden Kommunen, die keine klassischen Dörfer mehr, aber auch keine Vorstädte Kassels seien, stärken. Darum werde man weiter nach Themen für eine Zusammenarbeit suchen.

Fotos: Oschmann

Von Sabine Oschmann

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