Außenstelle des Standesamtes in altem Feuerwehrbau: Auch Paare aus Nachbargemeinden kommen

Heiraten im Schlauchturm ist beliebt

Außenstelle des Standesamtes: Jennifer Adrian (23) präsentiert den herausgeputzten Schlauchturm. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Wo über Jahrzehnte Schläuche der Feuerwehr zum Trocknen aufgehängt wurden, geben sich jetzt Heiratswillige das Jawort.

Der aufwendig sanierte, historische Schlauchturm in Vollmarshausen entwickelt sich zu einer gefragten Adresse für Brautpaare, die ihren gemeinsamen Weg in etwas anderer Atmosphäre beginnen möchten. Die Zahl der standesamtlichen Eheschließungen in dem mit Holz verkleideten ehemaligen Feuerwehrturm an der Dorflinde steigt.

„Das Interessante spielt sich im Innenraum ab“, schwärmt Standesbeamtin Jennifer Adrian. Mit einem weiteren Kollegen ist sie neben Kollegin Petra Bierwirth für die Gemeinde Lohfelden im Rathaus und jetzt auch außerhalb für Trauungen zuständig.

Im Schlauchturm ist der graue Beton einem dunkelroten Steinfußboden gewichen. Die Natursteinwände strahlen durch indirekte Beleuchtung Wärme aus und der Blick auf den gemütlichen Innenhof lässt einen zur Ruhe kommen.

Die Zahlen sprechen für sich: Nach sechs Eheschließungen im letzten Vorjahresquartal sind in diesem Jahr bereits zwölf Paare im historischen Schlauchturm getraut worden. Das entspreche schon einem Viertel aller von der Gemeinde beurkundeten Eheschließungen, sagt die Standesbeamtin. Angela Schug, geborene Schmidt, und Ralf Schug gehörten zu den ersten im Turmzimmer getrauten Brautpaaren. „Es war einfach schön, im Heimatort zu heiraten. Der Schlauchturm wirkt außen wie innen romantisch und gemütlich. Außerdem läuteten während unserer Trauung auch noch die Kirchenglocken“, sagten die waschechte Vollmarshäuserin und ihr Ehemann unserer Zeitung.

Auch andere frisch vermählte Paare – unter ihnen viele aus weiteren Gemeinden des Landkreises – heben die anheimelnde Atmosphäre der neuen Hochzeitsadresse hervor. Ein Paar entschied sich wegen des Schlauchturms letztlich für Vollmarshausen und damit gegen eine Eheschließung auf der zunächst ausgewählten Sababurg.

Die Gemeinde Lohfelden hat 154 000 Euro aufgewendet, um den mehr als 80 Jahre alten Schlauchturm zu sanieren. 70 000 Euro steuerte das Land Hessen aus dem EU-Infrastrukturtopf bei.

Das nur 16 Quadratmeter große Turmzimmer wird außer vom Standesamt auch von den örtlichen Vereinen und der benachbarten Musikschule genutzt.

Heiratswillige haben die Möglichkeit, im Schlauchturm während der Woche bis 21 Uhr und samstags bis 19 Uhr getraut zu werden.

Weitere Informationen: Standesamt der Gemeinde Lohfelden, Lange Straße 20, Tel. 05 61-51 10 20 oder Gemeinde@lohfelden.de

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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