Energie vom Langenberghof wird nun in Heizung der Großenritter Hallen eingespeist

Heiße Dusche dank Biowärme

Übergabestation: Hier kommt das warme Wasser vom Bauernhof an und wird eingespeist.

Baunatal. Nun fließt tatsächlich Biowärme vom Langenberghof bei Großenritte in die Kulturhalle und die Langenberg-Sporthalle. Nach einem Probelauf hat der Normalbetrieb begonnen. Der Start hatte sich um ein halbes Jahr verzögert. Landwirt Dierk Koch verweist auf bautechnische Probleme durch den kalten Winter: Die elastischen Rohre für das erwärmte Wasser könne man nur bei mehr als zehn Grad plus verlegen.

Vertragspartner ist die Stadt Baunatal. Deren Großenritter Hallen werden künftig nur noch bei Störungen oder während längerer Kälteperioden auch von den vorhandenen Heizkesseln versorgt, die mit Erdgas laufen. Momentan allerdings muss nur Duschwasser erwärmt werden.

Die beiden Gärbehälter des Aussiedlerhofs der Familie Koch stehen seit dem Herbst parallel zur Straße nach Niedenstein, derzeit hinter Bäumen versteckt. Das entstehende Gas fließt nach der Reinigung in einen Motor, der einen Generator antreibt. Die Abwärme erhitzt das Wasser, das zu den Hallen fließen soll, auf knapp 90 Grad.

„Strom wird bereits seit Ende November erzeugt, wir speisen ins Netz von Eon Mitte ein“, sagt Dierk Koch, der das Vorhaben zusammen mit dem Besser Landwirt Jan Kurzenknabe betreibt. Ihre GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) investierte 1,4 Millionen Euro in die Biogasanlage und 1400 Meter Leitung zu den Hallen.

Die Stadt nutzte die Chance, auf Biogas umzusteigen, so Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz, weil die Heizung der Kulturhalle sowieso bald hätte erneuert werden müssen. Nun verwende man erneuerbare Energie, was zur städtischen Politik passe. Zudem entstehe im Blick auf Wirtschaftlichkeit „beiderseitig Sicherheit“, für die Landwirte wie für die Stadt, sagte Engler-Kurz am Freitag beim symbolischen ersten Knopfdruck. „Die Wertschöpfung bleibt vor Ort“, ergänzte Koch. Denn weitere Bauern seien durch Zuliefern von Mais und Mist beteiligt.

Der Biogasanlage benötigt pro Jahr 3500 Tonnen Mais, 2500 Kubikmeter Gülle, aus der Schweinemast kommend, sowie etwa 1000 Tonnen Rinder- und Pferdemist. Pro Tag sind das 9,5 bis zehn Tonnen Mais, acht Kubikmeter Gülle sowie etwa 1,5 Tonnen Rinder- und Pferdemist. Als Jahresleistung des Langenberghofs sind um die 1,6 Mio. Kilowattstunden (kWh) elektrische Energie und 600 000 kWh Wärmeenergie prognostiziert. Kultur- und Langenberghalle verbrauchten 2010 und 2011 laut Stadt je 700 000 kWh Wärmeenergie, Kosten jeweils etwa 40 000 Euro. Hier erhofft sich das Rathaus geringere Kosten, Summen will aber keine Seite nennen. STICHWORT, HINTERGRUND

Von Ingrid Jünemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.