Vellmarerin vertrat Deutschland beim weltgrößten Heißluftballon-Festival in den USA

Mit heißer Luft über New Mexiko

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Dicht gedrängt am Startplatz: Die Heißluftballone starten in den wolkenlosen Himmel über Albuquerque in New Mexiko.

Vellmar / Albuquerque. Vor wenigen Tagen ging das größte Heißluftballon-Spektakel der Welt in Albuquerque im amerikanischen Bundesstaat New Mexiko zu Ende. 611 Heißluftballone waren in die Luft gegangen. Die Vellmarerin Pia Marie Witt vertrat bei dieser Veranstaltung Deutschland.

Einer der Höhepunkte dieser neuntägigen Veranstaltung war der „Flight of the Nations“- der Flug der Nationen.

In diesem Jahr wurden die deutschen Farben im Rahmen einer Flaggenparade von über 20 Nationen von der Vellmarerin Pia Marie Witt vertreten, die zum ersten Mal in der Stadt am Rio Grande startete.

Ihr Auftritt bei der „Ballon Fiesta“ war schon lange überfällig, denn die 37-Jährige zählt zu den erfahrensten Ballonpilotinnen in Deutschland. Als einzige Luftschiffpilotin der Bunderepublik steuert sie das Luftschiff vom Radiosender FFH, darüber hinaus ist sie für den Regierungspräsident Kassel als Prüferin für Ballonfahren tätig.

Als Lebenskünstlerin hat Witt viele Facetten. Im Herbst und Winter ist sie überwiegend als Kinderbuchautorin mit Lesungen und als Musikerin mit eigenen Kompositionen unterwegs. In ihrer Freizeit gehören Kampfkunst, Tauchen und Drachenfliegen zu ihren Hobbys.

Deutsche Vertreterin: Pia Marie Witt aus Vellmar mit Sohn Noah vor dem Korb ihres Ballons mit der Nummer 543.

Erste Erfahrungen in der Luft sammelte sie schon als 15-Jährige mit einem Segelflugzeug auf dem Dörnberg. Bereits drei Jahre später entdeckte sie das Ballonfahren, das mittlerweile zu einer hauptberuflichen Tätigkeit wurde. Dieser Beruf lässt sie auch nur wenige Tage in Vellmar verweilen. Schon nächste Woche geht es wieder zum Ballonfahren in die Türkei, wo sie im letzten Jahr während einer Ballonfahrt einem verletzten Wanderer sogar das Leben rettete.

Die Einladung für Albuquerque, die vom Präsidenten des amerikanischen Ballonfahrerverbandes ausgesprochen wurde, kam für die Vellmarerin im richtigen Moment. Ihre Lizenz für kommerzielle Ballonfahrten in den USA, die sie im Februar angefangen hatte, konnte sie nun dort erfolgreich zum Abschluss bringen. Außerdem ist natürlich auch ein Start beim größten Heißluftballon-Festival der Welt ein Meilenstein im Leben einer Ballonpilotin.

Es ist schon etwas Besonderes, wenn man über der 1706 gegründeten Stadt, die erst in spanischem, dann in mexikanischem Besitz war, hinweggleitet. Auf den Highways sieht man die ersten Pendler heranrollen, blickt auf teure Villen, die von gepflegten Vorgärten umgeben sind, und erkennt das typische Schachbrettmuster amerikanischer Städte.

Nach und nach hoben die Heißluftballone ab. Besonders spektakulär waren die ungewöhnlichen Formen aus der Kategorie der 95 „Special Shapes“. Die über 100 000 Zuschauer sahen eine überdimensionale Postkutsche, einen riesigen Leuchtturm oder eine Feuerwehr, die von einem Team aus dem Siegerland gestartet wurde.

Unser Autor Hans-Gerhard Pfaff war lange Jahre Fotograf für die HNA-Sportredaktion. Seit 15 Jahren reist er durch die Welt und berichtet darüber per Multimedia-Schau. In Albuquerque war er für einen Bericht über den Südwesten der USA.

Fotos vom Ballon-Spektakel

Vellmarerin stieg für Deutschland in die Luft

Hintergrund: 611 Ballone über dem Hochplateau

Im 42. Jahr der Albuquerque International Ballon Fiesta stiegen 611 Heißluftballone über dem wüstenartigen Hochplateau der 550 000 Einwohner zählenden Metropole Albuquerque auf. Gestartet wurde auf einem zehn Fußballfelder großen Platz. Dort war es teilweise so eng, dass sich die Ballonhüllen berührten. Jeder einzelne Start wurde vom Jubel Tausender Zuschauer begleitet.

Fahrtrichtung und -geschwindigkeit werden durch Winde in unterschiedlichen Höhen beeinflusst. Diese Winde sind gerade im Oktober im Tal des Rio Grande ideal. In der sogenannten „Albuquerque Box“ wehen in den frühen Morgenstunden die Winde am Boden in Richtung Süden, dann bringen den aufsteigenden Ballon Winde wieder nach Norden zurück.

Von Hans-Gerhard Pfaff

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