Kaufunger SPD war über Strafverfahren nicht informiert

Kaufunger SPD-Fraktionschef Helmut Bring legt politische Ämter nieder

Kaufungen. Der Kaufunger SPD-Kommunalpolitiker Helmut Bring hat am Sonntag seinen Rücktritt erklärt und seine zahlreichen Ämter mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Ihm wird vorgeworfen, als Rechtsanwalt in zwei Fällen Geld von Mandanten in Höhe von insgesamt 2180 Euro veruntreut zu haben.

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Auch seine erst vor wenigen Wochen übernommene Funktion als SPD-Fraktionsvorsitzender in Kaufungen gab er auf. Nur sein Mandat als Mitglied der Gemeindevertretung will der 55-Jährige behalten, bis auf Weiteres aber ruhen lassen.

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Bring reagierte mit seinem Rücktritt auf einen HNA-Bericht vom Samstag. Darin war informiert worden, dass Bring sich vor Gericht verantworten muss. Ihm wird vorgeworfen, als Rechtsanwalt in zwei Fällen Geld von Mandanten in Höhe von insgesamt 2180 Euro veruntreut zu haben. Das Verfahren vor dem Amtsgericht Eschwege, wo Bring in früheren Jahren eine Anwaltskanzlei betrieb und auch als Notar zugelassen war, wurde bereits im November 2011 eröffnet. Der nächste Verhandlungstag ist am Dienstag, 28. Februar (ab 11 Uhr).

Helmut Bring

In dem HNA-Bericht war offen geblieben, ob Bring die SPD über das Strafverfahren und die Vorwürfe gegen seine Person vor der Wahl zum Fraktionsvorsitzenden informiert hatte. Am Montagmittag teilte der SPD-Ortsverein Kaufungen den Rücktritt Brings mit. Er habe seine Ämter als stellvertretender Gemeindevertretervorsitzender, seine Sitze in Ausschüssen und im Zweckverband sowie auch seine Parteiämter niedergelegt.

Laut der Mitteilung hat Bring die SPD-Fraktion und den Ortsvorstand am Sonntagabend umfassend über seinen Schritt unterrichtet. Bereits am Samstag habe der prominente Kaufunger Sozialdemokrat, der 2004 erfolglos fürs Bürgermeisteramt kandidierte, die SPD-Spitze in Kenntnis gesetzt.

Von dem Strafverfahren habe man zum Zeitpunkt der Wahl zum Fraktionsvorsitz nichts gewusst, davon sei man jetzt überrascht worden, sagte SPD-Ortsvorsitzender und Bürgermeister Arnim Roß auf Nachfrage der HNA.

„Auch für Helmut Bring gilt zunächst die Unschuldsvermutung“, sagte Martin Hauck, stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender. Bring habe sich mit seinem ehrenamtlichen Wirken über zweieinhalb Jahrzehnte um Kaufungen verdient gemacht. Die SPD-Fraktion werde in den nächsten Sitzungen einen Nachfolger für Bring bestimmen.

Uwe Schmidt, SPD-Vorsitzender im Landkreis Kassel, äußerte sich zufrieden über das Krisenmanagement der Genossen in Kaufungen. Er respektiere Brings Entscheidung, sagte der Landrat. (hog)

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