Dorfgemeinschaft zu Eigenarbeit aufgerufen

Helsa kauft „Preußen“-Saal - Grundlegende Sanierung geplant

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Bald im Besitz der Gemeinde: Der Veranstaltungssaal des Gasthauses „König von Preußen“ in Helsa wird den Besizter wechseln. Die Gemeinde will den maroden Saal mit Hilfe der Bürger sanieren, er soll für vielfältige Veranstaltungen fit gemacht werden.

Helsa. Die Gemeinde Helsa wird den Saal am Gasthaus „König von Preußen“ an der Leipziger Straße kaufen und zu einem Kultur- und Veranstaltungssaal umbauen.

Das haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit großer Mehrheit (gegen die Stimmen der Grünen Liste Helsa, GLH) beschlossen.

Damit soll ein Problem gelöst werden, das die Menschen und Politik in Helsa seit vielen Jahren beschäftigt. Denn der Saal ist die einzige Möglichkeit für größere Feste und Veranstaltungen im Ort.

Kurzfristig gesichert

Der Eigentümer Günther Beuermann-Winkelbach hatte die Nutzung des Saals zum Jahresende aufgekündigt. In Verhandlungen konnte die Gemeinde jedoch erreichen, dass der Saal noch bis Ende März genutzt werden kann, sagte Bürgermeister Tilo Küthe (SPD). So seien die Karnevalsveranstaltungen und Auftritte der Laienspielgruppe kurzfristig gesichert.

Für das Gasthaus selbst ist ein anderer Käufer im Gespräch: ein Helsaer Gastronom, der auch in Kassel ein Restaurant betreibt. „Wir wollen das Gasthaus König von Preußen kaufen“, bestätigte er der HNA, mehr wolle er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

In wenigen Tagen soll alles in trockenen Tüchern sein. Die Gemeinde will den maroden Veranstaltungssaal für 100.000 Euro erwerben und für 200.000 Euro sanieren. Bei der Finanzierung soll das europäische Eler-Förderprogramm zur Entwicklung des ländlichen Raums helfen. Die Gemeinde hofft auf einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Kosten. Die Zeichen stünden gut, meint Küthe. Denn im Fördertopf, der vom Land Hessen verwaltet wird, ist noch Geld vorhanden. Und die regionale Gruppe „Kasseler Bergland“, erster Ansprechpartner bei den Zuschüssen, habe bereits ihr Okay gegeben.

SPD: Generationenprojekt

Als „Generationenprojekt“ bezeichnete SPD-Sprecher Gerhard Schneider die Möglichkeit, den Saal für Helsa zu sichern, der Standort sei „optimal“, er sei zu Fuß und per Tram gut zu erreichen.

Auch die CDU sprach sich für den Kauf aus. Helsa brauche den Saal, Bedenken müsse man zurückstellen. „Wir müssen schnell handeln“, sagte Frank Williges, dies sei eine einmalige Chance.

CDU: Schweißt zusammen

Genau darauf wollten sich die vier GLH-Vertreter nicht einlassen. Obwohl sie in den Ausschüssen noch für das Projekt gestimmt hatten, votierten sie letztlich dagegen. Ihr Änderungsantrag, dass zunächst genaue Zahlen für Kauf und Sanierung ermittelt werden müssten, wurde abgelehnt.

Bürgermeister Küthe und Sprecher von SPD und CDU machten deutlich, dass zur Verwirklichung die Mithilfe der Vereine unbedingt nötig sei. Thomas Lenz (CDU) appelierte an die Dorfgemeinschaft, sich mit Eigenleistung zu beteiligen, mit positivem Nebeneffekt: „Das schweißt die Dorfgemeinschaft zusammen.“

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