Gasthaus „König von Preußen“: Nutzungsrecht für Veranstaltungsraum läuft aus

Helsa ohne großen Saal

Der Saalbau: Um einen Veranstaltungssaal in Helsa zu sichern, möchte die Gemeinde den Anbau kaufen. Archivfoto: Schindler

Helsa. Nun wird es eng für die Nutzer: Im Tauziehen um den Saal am Gasthaus „König von Preußen“ gibt es immer noch keine Lösung. Doch Ende dieses Monats läuft der langjährige Mietvertrag für die Saalnutzung aus. Dann haben die Gemeinde Helsa und die örtlichen Vereine keinen großen Saal mehr in der Kerngemeinde zur Verfügung.

„Es hängt alles in der Luft“, sagt Eigentümer Günther Beuermann-Winkelbach, der den „König“ verkaufen möchte. Der potenzielle Käufer, der in Kassel die „Strandbar“ in der Fulda-Aue und in Helsa die Pizzeria „La Grotta“ betreibt, habe sich immer noch nicht entschieden. Die Verhandlungen ziehen sich seit vielen Monaten hin.

Das Gasthaus „König von Preußen“ in bester Lage im Ortszentrum ist seit vergangenem Herbst geschlossen, auch der vorübergehend geöffnete Imbiss ist wieder dicht. Im Helsaer Rathaus und in der Dorfgemeinschaft macht sich Ernüchterung breit. „Wir befinden uns am Scheidepunkt“, sagt Bürgermeister Tilo Küthe (SPD).

Eigentlich sollte das Gasthaus längst verkauft sein. Die Gemeinde will den angebauten Saalbau für 100 000 Euro übernehmen und mit Unterstützung der örtlichen Vereine sanieren. Allerdings wird die Gemeinde nur kaufen, wenn auch für das Gasthaus ein verlässlicher Investor gefunden ist. Der Saalbau allein mache keinen Sinn, sagt der Bürgermeister, man brauche auch die Versorgung und Infrastruktur des Gasthauses.

„Wir drehen uns seit Jahren im Kreis“, meint Andreas Schlaak, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, die die Helsaer Vereine vertritt. „Wir haben allergrößtes Interesse an dem Saal“, sagt er. „Der König gehört ins Dorf. Es wäre eine Schande, wenn das den Bach runterginge.“

Es sei fraglich, ob ein Veranstaltungsraum für die Vereine auf diese Weise wirklich gesichert werden könne, meint SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Schröder. „Man muss über Alternativen nachdenken“, heißt es in einer Pressemitteilung der Sozialdemokraten. Die SPD-Mehrheitsfraktion wolle auf die Dorfgemeinschaft Helsa, die evangelische Kirchengemeinde und die anderen Fraktionen zugehen. Das Thema sei für Helsa so wichtig, „dass ein möglichst breiter Konsens“ erzielt werden müsse, meint Schröder.

Auch in der Dorfgemeinschaft macht man sich Gedanken: Vielleicht könnte man Anteilscheine für die Bürger ausgeben und den Saal damit gemeinsam kaufen. Klar ist: Die Vereine sind auf einen Saal im Ort angewiesen. So richten etwa die Karnevalisten und die Laienspielgruppe hier ihre jährlichen Veranstaltungen aus. Für die kommende Saison stehen sie nun ohne Bleibe da.

Die Gemeinde hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die sollte die Möglichkeiten und Notwendigkeiten in Bezug auf den Veranstaltungssaal untersuchen und ist beinahe fertig; möglicherweise muss sie nun noch mal aufgeschnürt werden, um Alternativen zum König-Saal zu beleuchten. HINTERGRUND

Von Holger Schindler

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