17-Mio.-Euro-Projekt in Helsa: 89 Plätze für betreutes Wohnen

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Zukunftsprojekt in Helsa: Auf der Wiese vor dem Seniorenpflegeheim an der Berliner Straße soll die Anlage für betreutes Wohnen mit fast 90 barrierefreien Zwei-Zimmer-Wohnungen in Helsa gebaut werden.

Helsa. In Helsa zeichnet sich die Verwirklichung eines Großprojektes ab: An der Berliner Straße soll ein neues Zentrum für betreutes Wohnen im Alter entstehen.

Geplant sind 89 barrierefreie Zwei-Zimmer-Wohnungen mit 46 bis 63 Quadratmetern Raumgröße.

Die Pläne für das 17,2 Millionen Euro teure Wohnprojekt und der auf das Vorhaben zugeschnittene Bebauungsplan wurden am Mittwoch in Helsa vorgestellt. Anschließend stimmte der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde der Rahmenplanung einmütig zu. Heute Abend (Beginn: 20 Uhr) befasst sich das Gemeindeparlament im Rathaus mit dem Bebauungsplan, mit der Zustimmung des Parlaments wird gerechnet.

Investor ist der Bauunternehmer und Kaufmann Wilhelm Kurth (81) aus Halstenbek (Schleswig-Holstein), der an der Spitze des bestehenden Senioren- und Therapiezentrums in Helsa und außerdem von 17 weiteren Heimen - schwerpunktmäßig im Norden Deutschlands - steht.

Bis zu acht Stockwerke hoch: So soll der neue Gebäudekomplex aussehen.

„Betreutes Wohnen an einer bestehenden Pflegeeinrichtung ist sehr gefragt“, sagte Wilhelm Kurth während derVorstellung des neuen Bauvorhabens in Helsa. Die Bewohner im betreuten Wohnen sollen über eine Verbindungsbrücke Zugang zum bestehenden Seniorenzentrum erhalten, um an allen Aktivitäten teilhaben zu können. Außerdem werden, so Wilhelm Kurth, neben Fachpflegebereichen selbstständig geführte Therapiepraxen eingerichtet, in denen auch Helsaer Bewohner behandelt werden können.

„Wir werden für Intensivpatienten und beatmete Menschen ebenfalls ein Angebot schaffen“, sagte der Investor und künftige Betreiber, der durch das neue Projekt auch die Wettbewerbsfähigkeit des bestehenden Senioren- und Therapiezentrums stärken will.

Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) sieht in dem Großprojekt eine wichtige Weichenstellung für die Infrastruktur und Zukunft der Gemeinde. Viele Häuser seien für ältere Mitbürger nicht mehr geeignet, deshalb sei der Bau barrierefreier Wohnungen zu begrüßen, sagte der Verwaltungschef.

Rainer Dallmann (Grüne Liste Helsa) kritisierte den Umfang des Baukörpers. Der sei „ziemlich massiv“, sagte der GLH-Vertreter. Dallmann regte an, die Bauplanung mehr an die historischen Gebäude anzupassen, insbesondere im Dachbereich. Diesen Gedanken wollen Investor Wilhelm Kurth und Architekt Volker Böbs (Hamburg) jetzt aufgreifen und hierüber mit der Gemeinde nochmals kommunizieren. Der für die Gemeinde Helsa tätige Planer, Dipl.-Ing. Stephan Wenning (Kassel), rechnet damit, dass der Bebauungsplan für das „Sondergebiet Barrierefreies Wohnen“ bereits im September beschlossen wird und danach eine Baugenehmigung für die Errichtung der drei neuen Gebäude erteilt werden kann.

Das Projekt in Helsa ist das zweite aktuelle Großvorhaben dieser Art in der Region. In Niestetal-Sandershausen baut ein bundesweit tätiger Investor ein Senioren-Pflegezentrum mit 75 Plätzen. In einem zweiten Bauabschnitt sollen dort barrierefreie Wohnungen für pflegebedürftige behinderte Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren entstehen.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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