Helsa braucht dringend Neubaugebiete

Ärger um neues Baugebiet in Eschenstruth

Helsa. Die Gemeinde Helsa will in Eschenstruth ein neues Baugebiet für acht Wohnhäuser in der Nähe der Firma Blumenstein Leistenfabrikations GmbH ausweisen.

Das international tätige, zwölf Mitarbeiter zählende Familienunternehmen mit Betriebsstätten in Helsa und Eschenstruth lehnt eine reine Wohnbebauung an diesem Ort ab. Es fürchtet, dass es dann seine Pläne zu einer Betriebsverlagerung, die mit zusätzlichem Lärm in Eschenstruth verbunden sein werden, nicht mehr umsetzen kann. Blumenstein will sich mit rechtlichen Mitteln wehren und hat eine Baunataler Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet.

Dennoch wird wohl die Gemeindevertretung am Donnerstag mit den Stimmen der SPD-Mehrheit den ersten Schritt zur Umsetzung des umstrittenen Projekts absegnen: Mit diesem soll der Flächennutzungsplan für den Bereich „Steinbach/Die großen Höfe“ als Grundlage für den anschließenden Bebauungsplan geändert werden. Das letzte Wort hat das Regierungspräsidium. Diese Änderung beinhaltet auch, dass das Gewerbegebiet der Firma Blumenstein in dem Bereich, der nur durch eine relativ schmale Straße vom künftigen Wohngebiet getrennt ist, auf emissionsarme- also wenig geräuschintensive - Nutzungen beschränkt wird.

Mehr Lärm von der Firma

Sie sorgt für Lärm und Streit: Blumenstein will seine riesige Blockbandsäge mitsamt dem Sägerwerk nach Eschenstruth verlagern.

Doch die Firma Blumenstein hat Pläne, die für mehr Lärm in der Nachbarschaft des Betriebs sorgen dürften: Blumenstein betreibt in Helsa außerhalb der Ortslage ein Sägewerk, dessen Kernstück eine tonnenschwere Blockbandsäge ist, die Stämme in einem Durchmesser von 1,20 Metern durchtrennen kann. Die zersägten Stämme transportiert die Firma mit kleinen Lkw zum Verarbeitungsbetrieb in Eschenstruth. Er plane schon seit Jahren, das Sägewerk nach Eschenstruth zu verlagern, das sei betriebswirtschaftlich geboten, sagt Seniorchef Klaus Blumenstein. Diese Pläne seien wegen des lange ungewissen Trassenverlaufs der A44 aufgeschoben worden. In „zwei bis drei Jahren“ wolle er sie mit seinem Sohn Sven realisieren. Der Senior sieht durch das Baugebiet die Zukunft der Firma auf dem Spiel. „Da ist Stress vorprogrammiert. Ich lasse mir das Gewerbegebiet nicht runterklassifizieren“, sagt er.

Trotz einer Reihe von Gesprächen scheinen die Fronten verhärtet: Blumenstein habe keine konkreten Pläne für die Umstrukturierung vorgelegt, sagt die Verwaltung.

Lärm kommt mit Sicherheit

Wenn der Betrieb die Blockbandsäge nur nahe genug an der B 7 – also am äußersten Ende der Ortslage – platzieren würde, werde es „gegebenenfalls keine Konflikte…“ geben, heißt es in einer Vorlage an das Gemeindeparlament. Blumenstein sieht das anders: Selbst wenn er nur sein Holzlager neben dem Baugebiet errichte, sei das Abladen der Holzstämme von großen Lastzügen mit Lärm verbunden.

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