Landkreis Kassel betreibt 32 Unterkünfte - immer mehr werden geschlossen

Bald wohnen wieder Flüchtlinge in Helsa

Hier sollen bald wieder Flüchtlinge einziehen: In der Unterkunft in Helsa-Eschenstruth hatte es Mitte März 2017 gebrannt, die Sanierungsarbeiten laufen derzeit. Archivfoto: Elsebach

Kreis Kassel. In die Flüchtlingsunterkunft im Helsaer Ortsteil Eschenstruth, in der es im März 2017 gebrannt hatte und die seitdem nicht mehr bewohnbar ist, werden wieder Geflüchtete einziehen.

Das bestätigte Kreissprecher Harald Kühlborn auf HNA-Nachfrage: „Wir wollen die Gemeinschaftsunterkunft in Eschenstruth wieder belegen, hauptsächlich mit Familien.“

Wann genau das Fachwerkhaus im Mühlenweg wieder bezogen werden kann, ist derzeit noch nicht bekannt. „Leider sind wir bei dem Termin des Abschlusses der Bauarbeiten auf den Hauseigentümer und dessen Informationen angewiesen. Wir gehen davon aus, dass die Unterkunft im März wieder zur Verfügung steht“, so Kühlborn.

Harald Kühlborn

Drei Zimmer waren bei dem Brand beschädigt worden – es entstand ein Schaden in Höhe von etwa 150 000 Euro – der Rest der Doppelhaushälfte blieb vom Feuer verschont. Trotzdem ist die vom Landkreis angemietete Unterkunft im Ortskern Eschenstruths seit Mitte März 2017 geschlossen, gleiches gilt seit Kurzem auch für die Unterkunft im Ortsteil Wickenrode. Somit gibt es in Helsa derzeit gar keine Gemeinschaftsunterkunft mehr. Aktuell beläuft sich die Anzahl der Unterkünfte für Flüchtlinge im Landkreis Kassel auf 32, Tendenz sinkend.

„Die Gemeinschaftsunterkünfte sind die erste Anlaufstelle nach der Erstaufnahme und waren daher nie als Dauerlösung geplant“, erklärt Kühlborn. Viele Flüchtlinge leben inzwischen in eigenen Wohnungen, zudem kommen weniger Neuankömmlinge an. Die Zahl der Flüchtlinge, die finanziell auf staatliche Hilfe angewiesen sind, sank im Landkreis Kassel von 3219 Personen – der Höchststand im November 2016 – zuletzt auf 2722. Das ist ein Rückgang von 15 Prozent.

Nähe zur Stadt Kassel

Laut Kühlborn ist ein Trend zu erkennen: „Je näher eine Unterkunft an Kassel ist, umso eine höhere Auslastung hat sie.“ Der Kreissprecher vermutet, dass es daran liegt, „dass es in der Stadt mehr Jobs gibt sowie viele der Sprachkurse in Kassel stattfinden“.

Der Landkreis Kassel versucht, die frei gewordenen Gemeinschaftsunterkünfte unterzuvermieten. So übernachten beispielsweise in der ehemaligen Hotelanlage Tannenhof im Schauenburger Ortsteil Elmshagen nun Montagearbeiter. „Wir haben bei allen Verträgen darauf geachtet, dass es Untervermietungsmöglichkeiten gibt“, berichtet Kühlborn. Wenn sich Mieter für eine Immobilie interessieren, werden die dort lebenden Flüchtlinge in einer anderen Unterkunft untergebracht.

In welchen Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Kassel aktuell Flüchtlinge untergebracht sind, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe.

Hintergrund: Bewohner hatte Feuer gelegt

Den Brand in der Helsaer Flüchtlingsunterkunft im März 2017 hatte ein damaliger Bewohner gelegt, nachdem er zuvor zwei Mitbewohner aus Somalien mit Messerstichen in den Bauch lebensbedrohlich verletzt hatte. 

Der 28-Jährige aus Syrien wurde im Dezember vom Landgericht Kassel wegen versuchten Totschlags und schwerer Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt

Das Feuer in der Flüchtlingsunterkunft mit 32 Bewohnern hatte ein Großaufgebot der Polizei und der Feuerwehren aus Kaufungen und Helsa ausgelöst. Als das Feuer ausbrach, hatten sich noch 17 Personen in dem Gebäude befunden. Allen gelang rechtzeitig die Flucht ins Freie. In dem Haus lebten Syrier, Somalier und Afghanen. 

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