Gebäude in Helsa-Wickenrode war nicht bewohnt

Baum steckt noch im Dach: Schadensfrage ist Streitpunkt

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Zerstört: Ein Baum ist am Donnerstag auf ein Gebäude in Wickenrode gekracht und hat massiven Schaden angerichtet. Das Haus war zwar nicht bewohnt, aber im Besitz einer Familie, die in einem der Nachbarhäuser lebt.  

Helsa. „Wir wissen noch gar nicht, wie es jetzt weitergeht“, sagt die Bewohnerin eines Hauses an der Straße Ringenkuhl in Wickenrode. Auf ihr Gebäude war während des Sturms Friederike am Donnerstag ein riesiger Baum gekracht.

Glücklicherweise wohnt die Familie nicht in dem Gebäude, sondern nutzt es als Werkstatt und Lager. Doch der finanzielle Schaden bleibt, auch wenn die Höhe noch nicht feststeht.

Wer dafür aufkommt, ist ein Streitpunkt: Denn der Baum, der ursprünglich auf dem Nachbargrundstück stand, ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Damit ist die Untere Naturschutzbehörde für seine sogenannte Verkehrssicherheit zuständig. Der Eigentümer des Baumes ist also bei der Frage, wer nun die Verantwortung übernimmt, außen vor. Das erklärt Rüdiger Germeroth vom Landkreis Kassel. „Der Besitzer darf ja überhaupt nichts an dem Baum machen, ihn zum Beispiel auch nicht schneiden. Somit kann er natürlich auch nicht belangt werden.“

Die Naturschutzbehörde sei für den Zustand des Baumes verantwortlich und prüfe ihn jährlich. Bei diesen Prüfungen sei aber nicht sichtbar gewesen, dass der Baum im Inneren bereits faulte. Aber genau das vermuten die Bewohner des beschädigten Gebäudes als Grund, warum er dem Sturm nicht standgehalten hat.

Doch obwohl die Behörde für den Baum zuständig ist, sieht es laut Germeroth momentan so aus, als ob die Familie selbst für den Schaden aufkommen muss. „Wenn ein Baum bei einem Sturm auf ein Haus kracht, ist das höhere Gewalt. Somit ist die Versicherung des Geschädigten gefragt.“ Das letzte Wort sei aber noch nicht gesprochen, denn der Baum müsse nun erstmal genau begutachtet werden. Im Laufe der nächsten Woche wisse man mehr.

Am Freitag lag der Baum noch auf dem Haus an der Straße Ringenkuhl. „Es kann jetzt noch gar nichts gemacht werden, bei dem Wetter wäre das zu gefährlich“, sagt Helsas Bauamtsleiter Volker Witzel. Als nächstes müssten sich Statiker und Gutachter den Schaden ansehen.

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