A-44-Baustelle

Behörden: Keine Gefahr für Grundwasser bei Helsa

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Einleitung in die Losse: Hessen Mobil legte dar, dass nur unbelastetes Wasser in den Bach geleitet werde.

Helsa. Verseuchtes Wasser auf der Baustelle der A 44 im Umfeld der früheren Munitionsfabrik Hirschhagen - diese Nachricht in der HNA hatte hohe Wellen geschlagen. Nun aber gaben Experten der Straßenbaubehörde Hessen Mobil und des Regierungspräsidiums (RP) Kassel Entwarnung.

Nach menschlichem Ermessen bestehe keine Gefahr für das Grundwasser, man habe alles im Griff. So lautete die Botschaft. Das beruhigte augenscheinlich die Gemüter der Kommunalpolitiker. Nur die Grünen äußerten Skepsis. Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) forderte Hessen Mobil auf, aktuelle Messdaten jeweils an die Gemeinde zu senden.

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Man untersuche Wasser und Erdreich regelmäßig auf zehn Nitroaromate, das sind Giftstoffe, die typischerweise bei der Herstellung von Sprengstoff anfallen, erläuterte Frank Gorges von Hessen-Mobil. Er präsentierte eine Flut von Messdaten. Ein Marburger Labor analysiere die Proben mittels eines Gaschromatographen. Im Bereich des Autobahntunnels, zwischen Waldhof und Eschenstruth, seien auf insgesamt 250 Metern zwei „Hotspots“ mit stark überhöhten Werten festgestellt worden.

So habe man im Zuge des „Kasseler Kanals“, durch den früher Abwässer bis nach Kassel in die Fulda geleitet wurden, Werte von 6200 Mikrogramm pro Liter gemessen. Der tolerable Grenzwert liege bei fünf Mikrogramm, erläuterte Gorges. Die Kontamination habe sich aber auf den Kanal beschränkt, sagte Gorges.

Frank Gorges

Unter der Nachweisgrenze 

Der Experte schilderte, mit welchem Aufwand verunreinigtes Wasser, wenn es mit mehr als fünf Mikrogramm pro Liter belastet ist, an der Baustelle aufbereitet werde. Unter anderem kämen Absetzbecken, Sand- und Kiesfilter sowie Aktiv-Kohlefilter zum Einsatz.

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Inzwischen lägen die meisten Schadstoffgehalte des Wassers am Auslauf der Anlagen unter der Nachweisgrenze, manchmal seien sie schon am Zulauf verschwindend gering. Das gelte auch für die Brunnengalerie, mit der die Tunnelbauer das Grundwasser im Vorfeld der Bauarbeiten abgesenkt hätten. Insgesamt sei das Schadstoffproblem geringer als erwartet, meinte Gorges.

GerdNickel

Die Grünen sind allerdings skeptisch, ob sich die Situation noch genauso positiv darstellt, wenn das Grundwasser nach Abschluss des Tunnelbaus wieder auf Normalpegel steigt. Rainer Dallmann und Jürgen Fasold wiesen darauf hin, dass vor etwa 25 Jahren der Bau eines Tiefenbrunnens bei Eschenstruth eingestellt werden musste, weil der Boden in der Tiefe kontaminiert gewesen sei.

Gerd Nickel vom RP hatte zuvor berichtet, die Struktur des Untergrunds im Bereich Hirschhagen trage zu einer Verlagerung der Schadstoffe in tiefere Erdschichten, also Richtung Grundwasser, bei: „Das ist wie eine Wanne, die ein paar Roststellen hat, die teilweise durchgerostet sind.“

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