Alle Kräfte wurden gebraucht

Bei Brand in Helsaer Flüchtlingsheim: Feuerwehr nutzte neue Katastrophenschutz-Sirene

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Spuren der Brandnacht: Das Hinterhaus des Flüchtlingsheims im alten Ortskern von Eschenstruth wurde stark beschädigt. Gelegt wurde das Feuer mutmaßlich von einem 28-jährigen Syrer.

Helsa / Kaufungen / Kassel. Viele Menschen in Kaufungen liefen am Dienstagabend erschreckt auf die Straße: Der durchdringende Ton der Katastrophenschutz-Sirene, der ungleich lauter ist als der früher übliche Feuerwehralarm, hatte sie beunruhigt.

Schließlich sind die im vergangenen Jahr erstmals getesteten Anlagen in Kaufungen eigentlich dazu da, die Menschen vor Naturkatastrophen oder gar kriegerischen Auseinandersetzungen zu warnen.

Dass die Sirene auf dem Dach des Feuerwehrstützpunktes an der Theodor-Heuss-Straße am Dienstagabend im Zusammenhang mit dem Brandeinsatz an dem Flüchtlingsheim in Helsa-Eschenstruth heulte, hatte einen besonderen Grund. „Nicht alle Kaufunger Feuerwehrleute verfügen über einen Pieper für den sogenannten stillen Alarm“, sagte Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek am Mittwoch auf HNA-Anfrage. „Da wir aber alle Kräfte brauchten, haben wir über die neue Sirene einen Vollalarm ausgelöst.“

Besonders laut: Die Kaufunger Feuerwehr setzte die Katastrophenschutz-Sirene ein.

Neben der Kaufunger Feuerwehr mit Drehleiter waren auch die Brandschützer aus Helsa in Eschenstruth im Einsatz und hatten das Feuer im Obergeschoss des Fachwerkhauses alsbald unter Kontrolle. Die Brandschutztechnik in dem Gebäude sei erst im vergangenen Jahr auf den neuesten Stand gebracht worden, erklärte Kreissprecher Harald Kühlborn.

Der Kreis betreibt das Flüchtlingsheim seit 2014. Es zählt zu den älteren Gemeinschaftsunterkünften. Im November 2016 beherbergte der Kreis mit 3674 Personen die höchste Flüchtlingszahl. Ende Februar waren es laut Kühlborn noch 3293. Am Mittwochnachmittag fiel die Entscheidung, das Gebäude in Eschenstruth komplett zu räumen. Neben den sieben Bewohnern, die bereits nach Wolfhagen gebracht wurden, mussten weitere acht Männer in eine Unterkunft in Wickenrode umziehen.

Der Grund: Heizung und Wasser funktionieren nicht mehr. „Wir werden die Unterkunft aber in jedem Fall wieder herstellen“, sagte Kühlborn. Der durch den Brand entstandene Sachschaden wird mit 30 000 Euro beziffert.

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