28-Jähriger sitzt weiterhin in Untersuchungshaft

Brand in Helsaer Flüchtlingsunterkunft: Wollte Syrer sich umbringen?

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Völlig zerstört: In diesem Zimmer in der Eschenstruther Flüchtlingsunterkunft ist das Feuer ausgebrochen. Zuletzt haben hier zwei der insgesamt 32 Bewohner gelebt.

Helsa/Kassel. Der 28-jährige Syrer, der vor zweieinhalb Wochen die Flüchtlingsunterkunft in Helsa-Eschenstruth in Brand gesetzt haben soll, sitzt weiterhin in Untersuchungshaft.

Das bestätigte Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, am Donnerstag auf HNA-Anfrage.

Wollte sich der Tatverdächtige womöglich gar nicht retten lassen? Sein Verhalten lässt jedenfalls Spekulationen zu. Heinz Jordan, Anwohner und Zeuge, fand den Syrer am Brandabend im Obergeschoss (HNA berichtete). „Er hat am Boden gelegen. Er war fast bewusstlos“, sagte Jordan gegenüber der HNA. Jordan zog den Mann ins Treppenhaus, auf einem Absatz habe sich der Syrer dann „wie eine Krake am Geländer festgeklammert“ und nach ihm geschlagen. Nur mit der Hilfe eines Polizisten und einer Streifenbeamtin schaffte es Jordan, den 28-Jährigen aus dem brennenden Haus zu retten. Polizeisprecher Torsten Werner bestätigte die Darstellung von Heinz Jordan.

Behörden schweigen

Zu der Selbstmord-These wollte sich die Polizei gestern nicht äußern. Polizeisprecher Werner verwies im Helsaer Brandfall auf die Staatsanwaltschaft Kassel. „Dazu sage ich nichts“, so die Reaktion von Oberstaatsanwalt Wied.

Derzeit unbewohnbar: Im roten Gebäudeteil der Doppelhaushälfte war im Obergeschoss das Feuer ausgebrochen.

Neben schwerer Brandstiftung wird gegen den 28-Jährigen auch wegen versuchter Tötung ermittelt. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Syrer vor dem Brand zwei Somalier im Alter von 21 und 27 Jahren mit einem Küchenmesser angegriffen und verletzt haben. „Inzwischen hat der Tatverdächtige eine Aussage gemacht“, sagte Wied. Aus ermittlungstaktischen Gründen machte er keine weiteren Angaben zu dem Fall. Somit bleiben das Motiv des Täters, die Brandursache und die genaue Schadenshöhe weiterhin unklar.

Vermutung über Brandherd

Bei einer Begehung des Brandortes mit einem HNA-Mitarbeiter am Montag sagte der Leiter der Helsaer Unterkunft, Klaus Arthur Zeh: „Ich vermute, dass das Feuer in diesem Zimmer in einem der Betten ausgebrochen ist. Vielleicht wurde eine der Matratzen angezündet.“ Auch zu diesen Vermutungen wollte die Staatsanwaltschaft Kassel gestern keine Stellung beziehen. „Die Ermittlungen dauern an“, sagte Oberstaatsanwalt Wied.

Brand in Flüchtlingsunterkunft in Helsa

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