Küthe: Zahl der Senioren ist Grund

Bürgermeister: Helsa ist nicht das Schlusslicht bei Bevölkerungszahlen

Helsa. Bürgermeister nimmt Stellung zum von der Hessen Agentur prognostizierten Bevölkerungsschwund in der Gemeinde von bis zu zehn Prozent.

„Die Auslegung der statistischen Daten liegt offensichtlich daneben“, so Bürgermeister Tilo Küthe (SPD).

Tilo Küthe

Laut Küthe ist der tatsächliche Einwohnerstand von Helsa in den letzten sieben Jahren von 5617 (2009) um unter 0,6 Prozent auf derzeit 5584 (2016) geschwankt. Er beruft sich hier auf Zahlen des Statistischen Landesamts. Anhand dieser Zahlen sei „klar erkennbar, dass die Tendenz für die Zukunft unserer Gemeinde eher im Aufwind liegt.“ Die Schwankung von 0,6 Prozent resultiere seiner Ansicht nach aus „zusätzlichen Einflusskriterien“. Diese seien etwa die Auslastung der Seniorenresidenzen – Helsa hat zwei –, die „sehr gut und angesehen“ seien. In der Statistik drücke sich diese aus, weil die Senioren ihren Wohnsitz auf Helsa ummelden. Damit seien statistisch gesehen auch mehr Sterbefälle zu verzeichnen – laut Statistiker Uwe Van den Busch, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hessen Agentur, ist das ein Trugschluss.

Zwar gelte: „Je größer die Grundgesamtheit (Einwohnerzahl) ist, desto stabiler sind die Ergebnisse“. Van den Busch war auch an der vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung in Auftrag gegebenen Prognose beteiligt. Und: „Helsa ist sehr klein, eine punktgenaue Berechnung ist da schwierig.“

Zeitraum des Zuzugs zählt

Dennoch: Die Zahl der Senioren in einer Gemeinde können eine Statistik nur dann verfälschen, wenn sie in einem kurzen Zeitraum neu in die Statistik einfließen – „etwa, wenn ein Seniorenzentrum neu gebaut wird und innerhalb weniger Monate viele neue Menschen hinzukommen“. Dann würden die neu angemeldeten Einwohner aber vorerst als Zuzug gezählt – was die Bevölkerungsprognose positiv beeinflussen würde. „Gibt es ein Seniorenzentrum bereits seit zehn oder mehr Jahren, ist der Effekt herausgewachsen“, so Van den Busch. Dann seien Zuzug und Sterbefälle Vorgänge, die sich wiederholen.

Tatsächlich basieren auch die Zahlen der Hessen Agentur auf Daten des Statistischen Landesamts. Um die demografische Entwicklung von Städten und Gemeinden in Hessen vorhersagen zu können, haben die Statistiker der Hessen Agentur die vergangene Bevölkerungsentwicklung fortgeschrieben. In die Berechnung eingeflossen sind Angaben zum Bevölkerungsbestand als auch zu Geburten, Sterbefällen sowie zum Wanderungsverhalten für den Zeitraum von 2005 bis 2014. Die Jahre 2011 bis 2014 basieren auf den Zensusergebnissen (Volkszählung).

Das größte Problem bei der Berechnung der Bevölkerungsentwicklung sei in den Jahren 2014 bis 2015 die große Menge an Zuwanderern, die wiederum eine große Wanderungsbewegung auslösten, fasst Van den Busch zusammen.

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