Sitzung in Helsa

Diskussion über Windparks: Zuhörer und Presse unerwünscht

Geplanter Baustart im Frühjahr: Wie am Lindenberg in der Gemeinde Schauenburg sollen auch bei Helsa und Kaufungen 200 Meter hohe Windkraftanlagen mit fast 60 m langen Rotorblättern errichtet werden. Fotos: Wohlgehagen

Helsa. Eine böse Überraschung erlebten am Montagnachmittag mehrere Bürger, die an der Sitzung von Befürwortern und Gegnern der rund um Helsa geplanten Windparks teilnehmen wollten.

Sie mussten den Rathaus-Saal auf Geheiß des vom Land Hessen eingesetzten Mediators gleich wieder verlassen. Auch der Vertreter der HNA wurde von der Teilnahme an der Sitzung ausgeschlossen.

Gottfried Habel

Es sei verabredet worden, keine Öffentlichkeit zuzulassen, sagte Mediator Dr. Christoph Ewen, der wie beim ersten runden Tisch im Dezember erneut die Gesprächsleitung in Helsa innehatte. So fand auch die zweite inhaltliche Auseinandersetzung zwischen den Städtischen Werken Kassel als Investor der 14 Windkraftanlagen am Bielstein, Großen Belgerkopf und auf dem Rohrberg und der Bürgerinitiative „Lebenswertes Helsa“, die zu diesem Termin über unsere Zeitung öffentlich eingeladen hatte, hinter verschlossenen Türen statt.

Mit am Tisch saßen außerdem Vertreter der Energiegenossenschaft Kaufungen und des Forstamts Melsungen. Nicht eingeladen war das Ritterschaftliche Stift, obwohl es im Stiftswald den größten Teil der für die Windkraftanlagen benötigten Flächen stellt.

Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) musste so etwas wie eine Vorahnung gehabt haben, was mit dem Ausschluss von Bürgern auf ihn zugekommen wäre. Der Rathauschef ließ sich während der Mediation „aufgrund einer Fortbildung“ vom Beigeordneten Karl-Ludwig Opper (SPD) aus dem Gemeindevorstand vertreten.

Der Verweis aus dem Saal störe ihn erheblich: „Mit dem Bürgermeister wäre es leichter gewesen, zu erfahren, was nun in den Wäldern und auf den Höhen um Helsa geschehen soll“, sagte Gottfried Habel der HNA, der die Sitzung mit zwei später eintreffenden Bürgern nicht einmal als Zuhörer verfolgen durfte. „Dabei bin ich doch für die Windkraft, aber nicht in der geplanten Menge von Rotoren im Schattenring unserer Wohnsiedlungen“, sagte der 85-jährige Rentner aus dem Alten Weg in Helsa.

Gottfried Habels Plädoyer für einen Verzicht auf etwa die Hälfte der Anlagen kommt allerdings zu spät. „Die Städtischen Werke warten auf die Genehmigung, um noch in diesem Frühjahr mit dem Bau beginnen zu können“, hieß es in einer Pressemitteilung, die am Tag nach der Sitzung verteilt wurde.

Und weiter: Über die beiden Windparks im Stiftswald und auf dem Rohrberg sei nicht verhandelt worden. Man habe aber trotz unterschiedlicher Haltung zu den geplanten Windparks Sinn darin gesehen, sich über Themen wie Lärm und Infraschall, Naturschutz, Erholung oder Abstand zu Siedlungsbereichen auszutauschen, hieß es in der Information.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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