Post-Filiale geschlossen

Edeka-Markt in Helsa insolvent - Verkauf läuft aber weiter

Helsa. Der Edeka-Markt Aschenbrenner in Helsa ist insolvent. Das Geschäft ist jedoch geöffnet, der Verkauf geht weiter.

Nur die Post-Filiale in dem Laden ist zurzeit geschlossen. Neuer Betreiber des Einkaufsmarkts in der Berliner Straße 70 ist Björn Zeuch, der in Eschwege einen großen Edeka-Markt betreibt. „Wir führen den Laden in Helsa mit dem gleichen Personal und der gleichen Ware weiter“, sagte Zeuch am Freitag zur HNA.

In direkter Nachbarschaft baut Netto einen Discount-Markt, der am 16. Dezember eröffnet werden soll. Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sei aber nicht die erwartete Konkurrenz durch Netto gewesen, sagte Mario Aschenbrenner auf Nachfrage. Vielmehr sei seine Erkrankung die Ursache. „Es fällt uns sehr schwer“, sagte Aschenbrenner, der das Geschäft seit vier Jahren betrieben hat.

Aktualisiert um 14.35 Uhr

Der Laden war seit 1993 in Familienbesitz. Der Insolvenzantrag wurde am Dienstag beim Amtsgericht Kassel gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Moritz Frank (Kassel) bestimmt. „Wir haben uns sofort um einen Nachfolger bemüht“, sagte Hans-Richard Schneeweiß von Edeka Melsungen, das den Laden langfristig gepachtet und an Aschenbrenner vermietet hat. Mit Zeuch übernehme ein erfahrener Kaufmann das Geschäft. Zeuch ist unter anderem bekannt, weil er auf seinem Kundenparkplatz in Eschwege einen modernen Fleisch-Selbstbedienungsautomaten aufstellte mit gekühltem Grillfleisch und Würstchen. Am Donnerstag habe man zur Übergabe des Geschäfts den Laden für die Inventur geschlossen, sagte Aschenbrenner.

Bei den Kunden sorgte die vorübergehende Schließung für Verwirrung. „Als wir das vorbestellte Essen abholen wollten, war der Markt ohne Vorwarnung geschlossen“, sagte Werner Dietzel, „wir kaufen hier trotzdem weiter ein“. Ähnlich äußerte sich Andrea Bischoff: „Ich trete für den Erhalt kleinerer Geschäfte ein und werde unserem Edeka-Markt auf jeden Fall die Treue halten.“ Zeuch will den 600 Quadratmeter großen Laden mit dem gleichen Personal weiterführen. Von Netto lasse er sich nicht beeindrucken, sagte er der HNA. Dass die Poststelle zurzeit geschlossen ist, sei ein Problem der Post. Ob die Poststelle wieder geöffnet werde, sei Verhandlungssache.

Im Vorfeld der Ansiedlung des Netto-Markts hatte es Spekulationen über Fortführung und Ausbau des Edeka-Ladens gegeben. Aus Sicht der Gemeinde wäre eine Vergrößerung und Modernisierung möglich gewesen. „Eine Vergrößerung rentiert sich hier nicht“, sagte dazu gestern Edeka-Sprecher Schneeweiß. „Es ist traurig, dass Herr Aschenbrenner diesen Weg gehen musste“, meinte Bürgermeister Tilo Küthe (SPD). Die Familie Aschenbrenner habe sich seit vielen Jahren in Helsa engagiert. Die Gemeinde habe mit der Ansiedlung von Netto aber die richtige Entscheidung getroffen und weitsichtig gehandelt, sagte der Verwaltungschef. „Wir müssen die Grundversorgung in Helsa sicherstellen.“ (hog/ppw)

Rubriklistenbild: © dpa

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