Flüchtlinge helfen bei Restaurierung mit

Asylbewerber packen in Helsa mit an: Kreisbeigeordnete Susanne Selbert (von links) besuchte die Baustelle beim Gasthaus „König von Preußen“. Mit auf dem Bild sind Ferdinand Jashari (Albanien, 29), Jürgen Scholz, Raile Tekle Terfamichael (Eritrea, 22), Nefi Hoti (Kosovo, 44) und Selamun Ghirmay Fadeha (Eritrea, 27). Foto: Wohlgehagen

Helsa. Seit Ende Juni arbeiten vier Asylbewerber aus den Gemeinschaftsunterkünften in Helsa bei der Restaurierung des Baudenkmals „König von Preußen" mit.

Die aus Eritrea, Albanien und dem Kosovo stammenden Flüchtlinge sollen dem gemeinnützigen Verein für Denkmalpflege Helsa sechs Monate lang dabei helfen, das historische Gasthaus baulich auf Vordermann zu bringen.

Vereinsmitglied Frank Williges hatte die Idee, bei der Sanierung des Gebäudes auch die Unterstützung von Asylbewerbern zu nutzen. „Da habe ich gern Ja gesagt“, so Vizelandrätin Susanne Selbert, als sie jetzt die Baustelle besuchte. Man könne jede Hand gebrauchen, zumal die Schäden größer seien als angenommen, sagte der Vorsitzende des Vereins Denkmalpflege, Jürgen Scholz, der die Sanierungsarbeiten der ehrenamtlich tätigen Mitglieder koordiniert.

Scholz sprach von einem „sehr positiven Arbeitseinstieg“ seiner neuen Mitarbeiter. Die Verständigung an der Baustelle funktioniere problemlos, auch weil der aus dem Kosovo stammende Nefi Hoti wichtige Informationen für seine drei Kollegen übersetzen könne, sagte Scholz.

Der Einsatz der Flüchtlinge, die für den Einsatz im „König von Preußen“ nach ihrer Neigung ausgesucht wurden, richtet sich nach den Vorgaben der ehrenamtlichen Denkmalschützer. In Helsa sind sie bis zu dreimal wöchentlich auf der Baustelle.

Asylbewerber könnten nicht so ohne Weiteres in den Arbeitsmarkt integriert werden. Erst müsse der Aufenthaltsstatus abschließend geklärt sein, hieß es. Auf der anderen Seite empfinden viele Flüchtlinge das Nichtstun als das Schlimmste an ihrer Situation. „Wir haben rechtlich die Möglichkeit, ihnen Arbeitsgelegenheiten bei staatlichen, kommunalen oder gemeinnützigen Trägern zur Verfügung zu stellen“, sagte Susanne Selbert. Im Kern gelten für Asylbewerber in solchen Fällen die gleichen Bedingungen wie für Hartz-IV-Empfänger. Sie werden über die Leistungen zum Lebensunterhalt hinaus für ihre Mitarbeit zusätzlich mit 1,05 Euro je Stunde entlohnt.

Ein nächster Schritt könnte für die vier Flüchtlinge ein Praktikum sein. Später dann eventuell auch eine ständige Mitarbeit oder Ausbildung in Berufen, in denen deutsche Bewerber inzwischen mehr als rar seien, sagte der Integrationsbeauftragte der Kreisverwaltung, Bijan Otmischi, in Helsa.

Vizelandrätin Susanne Selbert sieht indes noch einen weiteren Vorteil: Für ein Miteinander in den Gemeinden sei es förderlich, wenn Asylbewerber etwas zu tun bekommen und hierfür auch Anerkennung erhielten.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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