Feuerwehr rückte Dienstagabend aus

Flüchtlingsheim in Helsa brannte: Zuvor Streit unter Bewohnern

Helsa. Bei einem Brand in einem Flüchtlingsheim in Helsa-Eschenstruth sind am Dienstagabend drei Bewohner verletzt worden.

Laut Polizei brach das Feuer gegen 19.05 Uhr offenbar nach einem Streit im Obergeschoss des Fachwerkhauses aus, wo es sich schnell ausbreitete. Brandstiftung sei nicht auszuschließen. In dem Haus im Mühlenweg waren rund 30 Menschen untergebracht. Sie sollten noch am Abend in andere Unterkünfte verlegt werden, sagte Vize-Landrätin Susanne Selbert der HNA. 

Die Polizei sowie die Feuerwehren von Kaufungen und Helsa waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Beißender Qualm im Gebäude

Es war eine gespenstische Szenerie am Dienstagabend im alten Ortskern von Eschenstruth: Beißender Rauch drang aus den Fenstern im Obergeschoss des Fachwerkhauses gegenüber der Kirche, Blaulichter von Feuerwehrautos und Rettungswagen zuckten, Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten bahnten sich einen Weg durch das Treppenhaus. Was sich genau in der Flüchtlingsunterkunft abgespielt hat, darüber herrscht auch am Morgen nach dem Feuer Unklarheit. 

Aktualisiert: 

15. März, 6.59 Uhr

Fest stand schon am Abend allerdings schnell: Es handelte sich nicht um einen Anschlag. „Es gab keine Einwirkung von außen auf das Gebäude“, sagte Polizeisprecher Norbert Israel der HNA. Das Geschehen habe offensichtlich keinen politischen Hintergrund. Nach den ersten Erkenntnissen der Polizei gab es vielmehr einen Streit zwischen drei Männern, die in dem vom Landkreis Kassel angemieteten Gebäude leben. Auf der Straße war die Rede von einer Messerstecherei. Das wollte der Polizeisprecher bislang aber nicht bestätigen. Auch die genaue Ursache für das Feuer blieb zunächst im Dunkeln. „Wir ermitteln wegen Brandstiftung“, sagte Israel. Die Ermittlungen übernimmt die Kripo Kassel.

Als Polizei und Feuerwehr gegen 19.15 Uhr mit einem Großaufgebot in Eschenstruth eintrafen, befand sich einer der drei Männer noch in dem Gebäude. Alle drei wurden mit Rauchgasvergiftungen und weiteren Verletzungen, die nach erster Einschätzung nicht lebensbedrohlich sind, ins Klinikum nach Kassel gebracht. Gegen 20.30 Uhr trafen auch Landrat Uwe Schmidt und seine für die Flüchtlingsunterbringung zuständige Stellvertreterin Susanne Selbert am Brandort ein. „Das Gebäude wird evakuiert“, erklärte Selbert gegenüber unserer Zeitung. 

Die rund 30 Bewohner, die aus verschiedenen Ländern stammen, sollten noch am Abend in andere Unterkünfte des Landkreises gebracht werden. Das Gebäude ist derzeit nicht bewohnbar. Unter den obdachlos gewordenen Flüchtlingen sind nach HNA-Informationen keine Kinder. 

Die Kaufunger Feuerwehr, die mit einer Drehleiter im Einsatz war, wurde am Dienstagabend auf ungewöhnliche Weise alarmiert, und zwar über die Katastrophenschutz-Sirene. Normalerweise werden die Feuerwehrleute in der Lossetalgemeinde still alarmiert, also über einen Pieper. Wegen des durchdringenden Tons der Sirene liefen zahlreiche Bewohner des Ortes besorgt auf die Straße. 

Der Schaden an dem Gebäude in Eschenstruth beträgt nach ersten Schätzungen der Polizei rund 30.000 Euro.

Brand in Flüchtlingsunterkunft in Helsa

Rubriklistenbild: © Hessennews.tv

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