Denkmalpflege

Gemeindeschenke in Helsa an Geschäftsmann aus Kassel verkauft

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Stand seit fünf Jahren zum Verkauf: Die ehemalige Gemeindeschenke an der Berliner Straße in Helsa. Rechts im Bild der Turm der angrenzenden Nikolaikirche zu sehen, links im Hintergrund das Rathaus.

Helsa. Die historische Gemeindeschenke im Dorfkern Helsas ist verkauft. Käufer ist ein Geschäftsmann aus Kassel.

Mit der Gemeinde Helsa, der bisherigen Eigentümerin des Fachwerkhauses an der Berliner Straße, hat er einen Kaufpreis von 94 050 Euro vereinbart. Das Gemeindeparlament gab dem Verkauf bereits einstimmig grünes Licht.

Nach eigenen Angaben will der Geschäftsmann in dem großen Saal des 280 Jahre alten Gebäudes mit dem markanten Arkadengang und den Butzenscheiben ein Café sowie ein Facheinzelhandel für Kaffee, kaffeetypische Produkte sowie Spezialitäten wie Weine und Öle etablieren. Nach bisheriger Planung soll das Geschäft bereits im März 2018 eröffnet werden.

„Ich weiß, wie wichtig und bedeutsam das Gebäude für Helsa ist“, sagt der Geschäftsmann gegenüber der HNA. Deshalb sei es ihm wichtig, wesentliche Teile des Gebäudes auch künftig für die Menschen in der Gemeinde zugänglich zu halten. So soll auch das historische Gewölbe im Kellergeschoss als Ort für kulinarische Events – zum Beispiel für Weinproben – nutzbar gemacht werden. Zudem will der Kasseler im ersten Obergeschoss drei Fremdenzimmer zur Vermietung einrichten. In das obere Dachgeschoss möchte er selbst einziehen. „Die dafür notwendigen Umbau- und Renovierungsarbeiten sollen noch im Januar 2018 beginnen und schrittweise umgesetzt werden, sodass im Sommer alles fertig ist“.

Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) zeigt sich erleichtert, nach fünfjähriger Suche für das im Jahr 1735 erbaute Haus endlich einen geeigneten Käufer gefunden zu haben. „Der Investor hat nicht nur genug Geld für den Kauf, sondern auch für den Erhalt und die Innenraumsanierung der Gemeindeschänke – Geld, was unsere Gemeinde nie hätte aufbringen können, geschweige denn die Unterhalts- und Folgekosten“, sagt Küthe.

Zuletzt hätten Mieteinnahmen von jährlich 2000 Euro Ausgaben in Höhe von 18 000 Euro gegenübergestanden. Insofern sei der Verkauf auch mit Blick auf die gegenüber dem Land einzuhaltenden Schutzschirm-Verpflichtungen zur Entschuldung der Gemeinde Helsa unabdingbar gewesen.

Zufrieden sei er auch mit den Plänen des Investors. Die Gemeindeschenke verschwinde auf diese Weise nicht einfach so aus dem öffentlichen Raum. Sie bleibe weiterhin zugänglich. „Das hat nicht nur mich, sondern auch alle Fraktionen im Gemeindeparlament überzeugt“, sagt Küthe. Die Helsaer Gemeindeschenke sei ortsteilprägend, „so etwas verkauft man nicht so leicht“, sagt Küthe.

Aktuell sind in dem Gebäude noch der Verkehrsverein, die DLRG, der CDU-Ortsverein sowie ein Lagerraum die Liedertafel untergebracht. „Alle Vereine werden nun zeitnah ausziehen müssen“, sagt Küthe. In jedem Fall werde die Gemeinde Unterstützung bei der Suche nach neuen Unterkünften gewähren.

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