Grünes Licht für 14 neue Windräder - 88 Mio. Euro

Städtische Werke starten Planung für Windparks im Stiftswald

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Helsa/Kassel. Nachdem die Kasseler Stadtverordneten am Montag grünes Licht für die Gründung von zwei weiteren Windpark-Gesellschaften gegeben haben, gehen die Städtischen Werke nun in die konkrete Planung für zwei Windparks mit insgesamt 14 Rotoren östlich von Kassel.

Im August werde man die Planungsunterlagen beim Regierungspräsidium Kassel zur Genehmigung einreichen, sagte Vorstandsmitglied Dr. Thorsten Ebert, der bei den Städtischen Werken für die erneuerbaren Energien zuständig ist. Mit dem Bau solle Anfang 2015 begonnen werden, ab dem ersten Quartal 2016 sollen die großen Räder Strom erzeugen.

Geplant sind zwei Windparks mit je 196 Meter hohen Anlagen: Im Kaufunger Stiftswald sollen auf dem Bielstein (540 Meter) und dem Großen Belgerkopf (497 Meter) insgesamt neun Rotoren aufgestellt werden. Auf dem Rohrberg (535 Meter) zwischen Helsa und Hirschhagen sind fünf Anlagen vorgesehen. Das ursprüngliche Projekt "3 Berge" mit insgesamt zwölf Anlagen auf dem Rohrberg, Buchberg und Hirschberg wird nicht weiterverfolgt.

Die Gründung der beiden Windpark-Gesellschaften GmbH & Co. KG für den Stiftswald und den Rohrberg ist notwendig, weil die Städtischen Werke private Investoren beteiligen möchten.

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Die Werke wollen langfristig jeweils nur 25,1 Prozent der Anteile halten. 74,9 Prozent sollen Bürgerenergiegenossenschaften, Kommunen und Firmen zur Übernahme angeboten werden. Es gebe bereits Interesse. Privatleute können sich nicht direkt beteiligen, sondern nur über Energiegenossenschaften, sagte Ebert der HNA. Mit der dauerhaften Beteiligung wollen die Städtischen Werke signalisieren, dass sie hinter ihren Projekten stehen und an den langfristigen Erfolg glauben, so Ebert.

Die Investitionen sind mit 88 Millionen Euro beträchtlich. 53 Mio. Euro entfallen auf den Windpark im Stiftswald, 35 Mio. Euro auf den Rohrberg. Der Großteil wird über Banken finanziert.

Die Gemeinde Helsa wird von den 14 Windrädern in Sichtweite am meisten betroffen sein. Hier mehren sich die kritischen Stimmen. Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Helsa" lehnt die Pläne strikt ab und will alles tun, die beiden Windparks zu verhindern.

"Wir haben als Gemeinde keine Möglichkeiten der Einflussnahme", sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Ute Wolfram-Liese (SPD) auf Anfrage, die Windräder werden nicht auf Helsaer Gemarkung errichtet. Grundsätzlich unterstütze man die Energiewende, sie müsse aber verträglich gestaltet werden. "Wir haben in den vergangenen Jahren viel dafür getan, unsere Orte für den Tourismus attraktiv zu erhalten", so die Erste Beigeordnete weiter. Sie könne verstehen, "wenn Bürger ihren Unmut zum Ausdruck bringen".

Auch Werke-Vorstand Ebert äußert "Verständnis für diese Diskussionen". Die Energiewende sei aber nur über den erheblichen Ausbau der Windenergie machbar. Die Städtischen Werke wollen mit weiteren Infoveranstaltungen vor Ort für ihre Projekte werben. Man habe gesetzliche Vorgaben übererfüllt. So betrage der Abstand der Windräder von der Bebauung statt der vorgeschriebenen 1000 Meter knapp 2000 Meter.

Von Holger Schindler

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