15 Hektar Bäume fallen für Autobahn 44

B-7-Böschung wird wieder hergestellt: Vor der Waldhofkurve (Fahrtrichtung Hess. Lichtenau) wurden ein alter Kanal entfernt und neue Waldwege angelegt. Nun wird der Hang neu modelliert. Bald sollen Bäume gefällt werden, später wird hier die Autobahn entlangführen. Fotos: Schindler

Helsa. Kräftige Donnerschläge schrecken zurzeit immer wieder die Menschen in Eschenstruth auf. Das Grollen kommt aus Richtung Hirschhagen, berichten Anwohner. Wird denn der A-44-Tunnel Hirschhagen schon gebaut, wollen sie wissen.

Nein, klärt Reinhold Rehbein, Sprecher des Kasseler Amts für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) auf. Möglicherweise hören die Menschen aber die Sprengungen, mit denen bis Weihnachten der 350 Meter lange Schulbergtunnel in Hessisch Lichtenau für die A44 in die Erde getrieben wird.

Doch auch bei Helsa sind umfangreiche Vorarbeiten für den dortigen A-44-Abschnitt im Gange. Seit vergangenem Herbst wurde an der B7 Höhe Waldhof der Kanal zur künftigen Entwässerung des A-44-Abschnitts gelegt, seit Kurzem ist er fertig und an das Regenrückhaltebecken angeschlossen.

Darüber hinaus wurde der sogenannte Kasseler Kanal - alte Rohre, die von der früheren Munitionsfabrik Hirschhagen bis nach Kassel zur Fulda führten - entfernt.

Nun werden neue Waldwege am Rand des Stiftswalds angelegt, die nach dem Wegfall bestehender Wege das Forstgebiet in diesem Bereich neu erschließen sollen. Mit schweren Maschinen wird auch die B-7-Böschung wieder hergestellt. In Helsa selbst gibt es gerade zwei große Baustellen. So wird die Straße von Helsa nach Friedrichsbrück bis Ende November saniert und für die A-44-Erdtransporter fit gemacht, die auf ihrer Rückfahrt von der Zeche Hirschberg hier entlangfahren werden.

Die Losse-Brücke in Helsa, die die schweren Lkw im weiteren Verlauf passieren werden, wird neu gebaut, sie soll zum Jahresende fertig sein.

In Kürze beginnen umfangreiche Rodungsarbeiten im Stiftswald. Westlich der B7 von Höhe Sportplatz Helsa bis zum späteren Tunnelportal an der Waldhofkurve werden Hunderte von Bäumen gerodet.

Mit Rücksicht auf die Natur müssen die Arbeiten in dem Zeitfenster zwischen 1. November 2011 und 28. Februar 2012 erledigt werden. Wann genau die Bäume gefällt werden, entscheide die beauftragte Firma, sagt ASV-Sprecher Rehbein.

Insgesamt werden Bäume auf einer Fläche von 15 Hektar fallen. Bereits im vergangenen Winter waren größere Waldbestände bei Helsa, Eschenstruth und Waldhof für den Autobahnbau gerodet worden.

Im kommenden Jahr soll dann mit dem Bau des Tunnels Hirschhagen begonnen werden, mit 4,1 Kilometer Länge der längste in Hessen. Die Ausschreibung für die Tunnelarbeiten ist fertig. Das Vergabeverfahren soll bis zum Sommer 2012 abgeschlossen sein.

Der Auftrag hat ein Volumen von 250 Millionen Euro. Rehbein geht davon aus, dass sich bei dem europaweiten Vergabeverfahren viele große Firmen beteiligen werden. Der Tunnelanstich in der Waldhofkurve ist für die zweite Jahreshälfte 2012 geplant.

Dort wird es dann wieder ordentlich rumsen. Denn der Hirschhagen-Tunnel wird nicht gebohrt, sondern mit Schälbaggern und passgenauen Sprengladungen durch den Berg getrieben.

Von Holger Schindler

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