Markus Rausch nun an der Spitze

Querelen haben ein Ende: Helsa hat eine neue Wehrführung

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Verheerender Brand: Einer der größten Einsätze für die Feuerwehr Helsa in den vergangenen Jahren war das Feuer im Juli 2011 in der Berliner Straße, als das Merten-Jäger-Haus ein Raub der Flammen wurde.

Helsa. Die Querelen der vergangenen Wochen haben ein Ende, die Feuerwehr in Helsa hat eine neue Wehrführung.

Markus Rausch wurde von den Aktiven der Einsatzabteilung zum neuen Wehrführer bestimmt. Rausch ist laut Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) in geheimer Wahl „mit überragender Mehrheit“ gewählt worden.

Vorausgegangen war am 6. Februar die Wahl von Dr. Björn Steisel (Hess. Lichtenau) zum Wehrführer in Helsa. Diese Wahl wurde vom Gemeindevorstand jedoch mit dem Hinweis, dass Steisel weder in Helsa wohne noch arbeite, abgelehnt. Nach HNA-Informationen befürchtete man in der Gemeinde darüberhinaus Unruhe in der Feuerwehr durch die Personalie Steisel. Dieser hatte 2011 versucht, sich gegen den einmütigen Willen der Feuerwehren im Landkreis ins Amt des Kreisbrandinspektors zu klagen und war damit gescheitert.

Da der Helsaer Gemeindevorstand Steisels Vereidigung als Wehrführer abgelehnt hat, war jetzt eine weitere Wahl notwendig. Mit Markus Rausch scheint nun eine neue Spitze gefunden, die breites Vertrauen in der Feuerwehr und in der Gemende genießt.

Komplettiert wird die neue Wehrführung erstmals durch zwei Stellvertreter: Benjamin Blum (erster Stellvertreter) und Tim Noll wurden einstimmig gewählt. Sie sollen den Wehrführer nicht nur in Abwesenheit vertreten, sondern ihm auch bei den immer aufwendigeren Verwaltungsaufgaben unter die Arme greifen. Um dies zu ermöglichen, hat das Gemeindeparlament eigens die Feuerwehrsatzung geändert.

Der bisherige Helsaer Wehrführer Reiner Kohlhaase hatte unter anderem wegen der zunehmenden Bürokratisierung der Feuerwehrarbeit das Handtuch geworfen.

Die neue Führungsmannschaft der Feuerwehr Helsa: Markus Rausch (von links) ist Wehrführer, daneben seine Stellvertreter Benjamin Blum und Tim Noll.

Laut Bürgermeister Küthe, der selbst aktives Mitglied der Feuerwehrist, schreibt das Land hessenweit die Nutzung des Feuerwehrverwaltungsprogramms Florix vor. Damit müssen die Einsätze akribisch dokumentiert werden, auch die Abrechnung der Einsätze läuft darüber. Kohlhaase berichtete, zur Dokumentation habe er im Jahr 2014 rund 850 Einträge ins Florix-Programm vornehmen müssen. Die sieben Einsätze im Januar 2015 hätten ihn einen Arbeitstag zusätzlich mit reiner Verwaltungstätigkeit gekostet.

„Die Wehrführer haben gesagt: Das machen wir nicht mehr. Wir sind keine Verwaltungskräfte, sondern Feuerwehrleute“, berichtet der Bürgermeister. „Wir mussten reagieren“, sagt Küthe. Die Gemeinde habe daher je eine halbe Stelle der Gemeindeverwaltung für Dokumentationsaufgaben und für die Wartung von Feuerwehrgeräten eingerichtet.

Zusätzliches Personal im Rathaus gibt es dafür nicht. Vielmehr wird das Angebot dort eingeschränkt, so werden zum Beispiel Rentenanträge nur noch angenommen und weitergeleitet, die Antragsteller aber nicht mehr wie bisher beraten.

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