Wichtige Verbindung zwischen Helsa und Großalmerode

Herrenlose Straße: Stadt Großalmerode soll´s richten

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Helsa/Großalmerode. Schlaglöcher bröckeln vor sich hin und der Winterdienst ist nicht geregelt: Für eine Straße zwischen Helsa und Großalmerode (Werra-Meißner-Kreis) fühlt sich seit den 1970er-Jahren niemand zuständig.

Die Hoffnung der Stadt, dass Land oder Kreis die Verantwortung übernehmen, ist jetzt getrübt. Denn: Das Land Hessen zieht die Übernahme der Straße nicht in Erwägung. Der Werra-Meißner-Kreis würde laut Kreissprecher Jörg Klinge eine Übernahme erst überprüfen, sofern eine Anfrage durch die Stadt Großalmerode vorliegt. Die Stadt, in deren Gemarkung die Straße liegt, versucht nach eigenen Angaben seit Jahren, die Zuständigkeit für die Straße an den Kreis oder das Land abzugeben.

„Wir wissen, dass es diese Straße gibt und dass sie herrenlos ist“, sagt Klinge. Der Kreisverwaltung liege aber keine Anfrage von der Stadt Großalmerode vor, um die Übernahme als Kreisstraße zu überprüfen. Im nächsten Schritt müsse dann geschaut werden, wer sie eigentlich nutzt: Sind hier nur Menschen aus den beiden Kommunen Helsa und Großalmerode unterwegs oder zum Beispiel auch solche aus Kaufungen? Das könne man anhand einer Befragung herausfinden, so Klinge. Er merkt jedoch an, dass die Buslinie 210, die einzige ÖPNV-Verbindung auf der Strecke, ja nur deshalb von der Bundesstraße 451 auf die herrenlose Kohlenstraße abfährt, um Haltestellen in Helsaer Gemarkung zu bedienen. Das sei ein Indiz dafür, dass es eine Gemeindestraße ist. Zudem sei auch die Ringenkuhlerstraße bereits eine solche. Da liege es nahe, dass auch die Kohlenstraße eine ist oder wird – allerdings von Großalmerode, so der Sprecher.

Dem Land war die herrenlose Straße bislang nicht bekannt, sagt Wolfgang Harms, Sprecher des Verkehrsministeriums. Eine Übernahme als Landesstraße komme nicht in Frage: „Die Voraussetzungen dafür liegen nicht vor.“

Eine Übernahme durch eine der Kommunen müsse im Sinne des Hessischen Straßengesetzes geprüft werden. „Nach unserer Einschätzung ist das eine kommunale Straße“, so der Sprecher. Die bauliche Unterhaltung liegt laut Straßengesetz bei der Kommune, in deren Bereich die Straße liegt und nicht beim Eigentümer der Straße, der ja nicht existiert.

Andreas Nickel (SPD), Bürgermeister von Großalmerode, sieht in der herrenlosen Straße das Potenzial für eine Kreisstraße, weil sie Landkreis Kassel und Werra-Meißner-Kreis verbindet. Die Stellungnahmen von Kreis und Land hätten aber gezeigt, dass es für die Übernahme wohl keine Hoffnung mehr gäbe. Um das Problem zu lösen, werde er Magistrat und Ausschüsse der Stadt damit konfrontieren. „Wir müssen das Problem jetzt lösen“, so Nickel. 

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