Unitymedia oder Bundesförderung?

Hoffen auf bessere Datenraten: Bald schnelles Surfen in Helsa?

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In Sachen Internet noch Dürreland: die Kommune Helsa. Unser Bild zeigt den Ortsteil Helsa.

Helsa. Von schnellem Internet können die meisten Helsaer nur träumen. Einzig der Ortsteil St. Ottilien profitiert bislang von einer Versorgung mit Datenraten von bis zu 400 Mbit pro Sekunde (MBit/s).

Helsa führt Gespräche mit dem Kommunikationsanbieter Unitymedia, der flächendeckend eine Breitbandverbindung anbieten könnte.

Das teilte Bürgermeister Tilo Küthe bei der Bürgerversammlung in St. Ottilien am Mittwochabend mit. Noch in diesem Jahr solle es einen Informationstermin mit Unitymedia für Helsaer Bürger geben. Zwar sei aktuell noch nicht klar, ob sich der Kölner Anbieter für den Ausbau entscheidet. Wenn ja, könnten damit im kommenden Jahr Datenraten bis zu einem Gbit/s ermöglicht werden. „Diese Variante wäre für uns günstiger, als diejenige, die wir mit einer Bundesförderung umsetzen würden“, sagt Küthe. 

Unitymedia bietet schlichtweg eine schnellere Verbindung. Denn der Ausbau mit Bundesmitteln, beantragt über den Landkreis Kassel, würde Helsas unterversorgte Ortsteile – wie alle anderen Breitband-Nordhessen-Kommunen – flächendeckend mit „nur“ 30 bis 50 MBit/s versorgen. Aktuell prüfe der Bund, ob Helsa eine solche Förderung zusteht. Küthe zeigt sich hier aber zuversichtlich. Rund 60 Prozent des Ausbaus (circa 300 000 Euro) trage der Bund, der Eigenanteil für Helsa liege bei 190 000 Euro und der Rest komme vom Land Hessen.

Großes Plus an der Bundesförderung: „Wir wären nicht mit einem einzelnen Anbieter verheiratet.“ Unitymedia hingegen hätte im Prinzip ein Monopol. Ebendiesen Punkt sehen manche Helsaer kritisch: „Da würden einige Leistungsmerkmale schlichtweg gesperrt“, sodass für manche Angebote wie WLAN oder auch die Telefonie über das Internet (mittels sogenannter SIP-Anbieter) eine Extrasumme zahlen müsse, sagte ein Eschenstruther bei der Versammlung. „Und sie könnten die Bandbreite diktieren.“

Außerdem müsste jeder Haushalt einen Baukostenzuschuss von bis zu 400 Euro an den Kölner Anbieter zahlen. Dieser Aspekt stieß allerdings nicht auf Gegenwehr. Fazit: So oder so, die unterversorgten Ortsteile Helsas werden voraussichtlich in den nächsten ein bis zwei Jahren schnelleres Internet bekommen, mit einer Bundesförderung, oder durch Unitymedia.

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