Grüne kritisieren den Gehölzschnitt

In Helsa wurde radikal zurückgeschnitten

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Radikal nachgeschnitten: Die Sträucher, die rund um das Regenrücklaufbecken gepflanzt sind, hat der Bauhof gestutzt. Damit wird der Blick auf die technische Anlage frei.

Helsa. An mehreren Stellen der Gemeinde Helsa sind Sträucher und Bäume radikal zurückgeschnitten worden. Die Grüne Liste Helsa hält dies für unangebracht und überzogen – "sowohl aus gärtnerischer, als auch aus Sicht des Tierschutzes".

So wurden etwa am Sportplatz Abtissenwiesen in Eschenstruth eine Reihe von Bäumen gefällt und rund um das Regenüberlaufbecken an der Mühle Most wurden Sträucher radikal zurückgeschnitten.

In einer Anfrage an den Gemeindevorstand heißt es, dass die Sträucher dort auch den Zweck erfüllt hätten, die Ansicht des Betonbauwerks „ertragbar zu machen“.

Bauhof hat nachgeschnitten

Auf Nachfrage der HNA bei Rathauschef Tilo Küthe (SPD), bestätigt dieser den Gehölzschnitt. Die Mitarbeiter des Bauhofs hätten nachgeschnitten. Im Bereich der Mühle Most hätte er vorab im Gespräch mit dem Eigentümer der Mühe gestanden – er sei letztlich der einzige, dessen Blick nun direkt auf das Betonbauwerk, die ehemalige Kläranlage, falle. „Solche Nebenflächen fallen kaum jemandem auf und sie werden eher unregelmäßig gepflegt“.

Ziel der Bepflanzung sei damals gewesen, den Blick zu verhindern. Sicher sei der Gehölzschnitt ein Eingriff in die Natur, „aber wenn die Hecke fünf, sechs Meter hoch ist und mittlerweile in den Zaun wächst, dann muss da etwas getan werden“. Der Meinung sei auch der Anwohner gewesen.

Was der radikale Schnitt für die Natur bedeute, könne er nicht beurteilen, so Küthe. Es gebe aber auch viel Unterholz, das Tieren ein Zuhause biete und schließlich habe er auch zugunsten der Wirtschaftlichkeit gehandelt. Habe man einmal ordentlich zurückgeschnitten, könne das Gehölz nun zwei Jahre wachsen.

Neben der Fläche an der Mühle Most und am Sportplatz wurden auch an anderen Stellen Bäume gefällt und Büsche geschnitten. „In den Hanglagen kommt es immer radikal weg“, berichtet Küthe. An der Losse habe man eine alte, teils abgestorbene Weide entfernt, und andernorts einzelne Bäume, die „keinen hohen Wert haben“. Etwa solche, die einst als Sichtschutz gepflanzt wurden und dann zu hoch oder zu breit geworden sind. Ob etwa am Sportplatz Abtissenwiesen wieder nachgepflanzt wird, müsse man noch mit den Sportlern des TSG klären. Küthe merkt an, unter den Mitarbeitern des Bauhofs auch einen zu haben, der in Baumpflege ausgebildet ist.

Die Anfrage an den Gemeindevorstand wird Thema auf der kommenden Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstag, 18. Mai, ab 20 Uhr sein.

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