Zukunft ungewiss

Kein Konzept für Helsaer Baudenkmal Merten-Jäger-Haus

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Das durch einen Brandschaden stark beschädigte Merten-Jäger-Haus (rechts) ist prägend für das Ortsbild von Helsa. Eine Entscheidung über die Sanierung und künftige Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Fachwerk-Gebäudes ist immer noch nicht gefallen.

Helsa. Die Einsturzgefahr für das 2011 ausgebrannte Merten-Jäger-Haus in Helsa konnte durch Sicherungsmaßnahmen abgewendet werden, aber über die grundlegende Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Baudenkmals und seine künftige Nutzung besteht immer noch keine Klarheit.

Vom Eigentümer erfährt man nicht, was in dem historischen Fachwerkhaus entstehen soll. Auch die Gemeindeverwaltung verfügt derzeit über keine stichhaltigen Informationen. Eine Nachfrage unserer Zeitung bei potentiellen Zuschussgebern ergab, dass dort Anträge gestellt wurden, sie aber offensichtlich alle ein älteres Datum tragen.

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Fakt ist, dass der 2013 von Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) forcierte Verkauf an einen gemeinnützigen Träger für den Umbau in ein Seniorenzentrum oder eine Seniorenbegegnungsstätte beim Eigentümer der Immobilie nicht auf Gegenliebe gestoßen ist. Man denke nicht an Verkauf, sagte Franz Ullwer für seinen Sohn, als solche Pläne öffentlich bekannt wurden.

Zu einem neuen Konzept wollte sich der Vater des Hauseigentümers noch nicht äußern: „In etwa zwei Wochen wird sich etwas ergeben“, mehr könne er im Moment nicht sagen, sagte Ullwer.

Der Helsaer Bürgermeister Tilo Küthe bedauert den schleppenden Verlauf der Bauangelegenheit. Er könne seine Enttäuschung nicht verbergen, zumal Steuergeld in erheblicher Höhe für die Sicherungsmaßnahmen geflossen sind, sagte Küthe. Das Merten-Jäger-Haus habe zwar wieder ein ordentliches Dach und sei statisch sicher. Er halte es aber für eine Zumutung, „dem Verfall des prägenden Gebäudes, das einfach zu Helsa gehört, noch einen Winter zuschauen zu müssen“, sagte der Verwaltungschef.

„Wir bemühen uns, aus einem im Laufe des Jahres eingegangen Antrag ein Projekt zu machen“, sagte Peter Nissen, Chef des Amtes für Regionalentwicklung. Unter seiner Regie werden auch die Förderanträge im Rahmen der Dorfentwicklung (früher Dorferneuerungsprogramm) bearbeitet. Zu Details wollte sich der Wirtschaftsförderer aus datenschutzrechtlichen Gründen jedoch nicht äußern.

Die Deutsche Stiftung für Denkmalsschutz habe den Erhalt des Merten-Jäger-Hauses wegen der Vielzahl bedürftiger anderer Projekte in diesem Jahr nicht fördern können, sagte die Projektreferentin der Bonner Stiftung, Dr. Karin Gehmann auf Anfrage der HNA. Ob bei entsprechender Antragstellung für 2015 eine Fördermöglichkeit bestehe, könne sie nicht beantworten, die Antragsfrist laufe bis Ende August, so Dr. Gehrmann.

Das historische Fachwerkgebäude an der Berliner Straße war bei einer Brandstiftung schwer beschädigt worden und drohte einzustürzen. Daraufhin stellten die Landkreisverwaltung und das Landesamt für Denkmalpflege insgesamt rund 70.000 Euro für Stabilisierungsmaßnahmen, die Instandsetzung des Dachstuhls und dringend notwendige Klempnerarbeiten zur Verfügung. Der Sanierungsaufwand soll allerdings nach früheren Angaben der Eigentümerfamilie gut 400.000 Euro betragen. Wie und von wem das jetzt schon seit mehr als drei Jahren leer stehende Gebäude künftig genutzt werden soll, ließ man jedoch weiterhin völlig offen.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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