Gemeinde prüft Anbau für Regel- und Krippengruppe

Arbeiter-Wohlfahrt schlägt Alarm: Kita-Plätze sind in Helsa Mangelware 

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Bekommt möglicherweise einen Anbau: der Kindergarten Kunterbunt im Helsaer Ortsteil Eschenstruht. Weitere Kitaplätze werden gebraucht. 

Helsa. Wahrscheinlich noch dieses Jahr werden in Helsa die Würfel für den Neubau oder Anbau eines Kindergartens fallen. Damit wolle man rechtzeitig reagieren, bevor zu Notlösungen gegriffen werden muss. 

Die Gemeindevertreter haben während ihrer Sitzung am Donnerstag im Rahmen eines von allen Fraktionen formulierten Antrags beschlossen, dass die Verwaltung bis Mitte des Jahres klären soll, wo und wie weitere Kapazitäten für Kita-Plätze geschaffen werden können.

Wahrscheinlich müsse zunächst Raum für eine neue Regelgruppe und eine neue Krippengruppe geschaffen werden, sagte die Erste Beigeordnete Ute Wolfram-Liese (SPD) auf Anfrage. In einem ersten Schritt könnte möglicherweise an der Kita Eschenstruth ein Anbau errichtet werden. Dort hatte die Gemeinde vergangenes Jahr vorsorglich ein Nachbargrundstück erworben.

Die Arbeiter-Wohlfahrt (Awo), die alle drei Helsaer Kindergärten betreibt, hatte Alarm geschlagen. „Noch haben wir kein Kind abweisen müssen. Aber im System knirscht es.“ So beschreibt Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) die Situation. Die reinen Zahlen sehen momentan tatsächlich nicht dramatisch aus. Von den 199 genehmigten Kindergartenplätzen in Helsa seien derzeit 170 belegt, berichtet Wolfram-Liese. „Bisher hat es immer genau gepasst. Aber wir wollen rechtzeitig reagieren, bevor eine Situation eintritt, der man dann nur noch mit Notlösungen begegnen kann“, sagt die Erste Beigeordnete.

Hintergrund sei, dass die Geburtenrate ansteige und zudem Eltern ihre Kinder immer früher und insgesamt auch länger in den Kindergarten schicken. Außerdem relativiere sich die Zahl der auf dem Papier verfügbaren Plätze, weil in den altersgemischten Gruppen mit unter Dreijährigen weniger Kinder betreut werden dürfen als in den Regelgruppen der Drei- bis Sechsjährigen. So reduzieren sich beispielsweise die etatmäßigen 87 Kita-Plätze in Helsa (Drei Regelgruppen, eine Krippe) auf 77. Für September 2018 seien aber schon 86 Kinder angemeldet, erklärt Wolfram-Liese. Schon jetzt seien einige Kinder der Ganztagsbetreuung in die Kita Wickenrode gewechselt, wo noch zahlreiche Plätze frei sind. Die Gemeindevertretung hat nun auch die Öffnungszeiten für die Kita Wickenrode auf 16.30 Uhr verlängert, um sie den Zeiten in Helsa und Eschenstruth anzupassen.

In Helsa ist die Belegungssituation laut Wolfram-Liese am kritischsten. „Es gibt einen totalen Run“, sagt sie. Perspektivisch müssten auch dort weitere Plätze geschaffen werden. Aber auch in Eschenstruth wird es im Herbst eng werden. Für September seien 60 Kinder angemeldet, sagt die Erste Beigeordnete. Zudem sei die Kinderkrippe voll belegt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass einige Eltern dann für eine Übergangszeit ihre Kinder in Wickenrode betreuen lassen müssen.

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